Abwasserangelegenheiten Teil 2

Wie in Teil 1. schon erwähnten Abwasserregelungen in den heutigen Ortschaften, so gab es in den Ortschaften vor hundert Jahren noch keine Kanalisierung.

So kam es, das im April 1902 sich die beiden Hofbesitzer Wilhelm Reinecke und sein Nachbar Hermann Saucke aus Tosterglope sich wegen einem Wasserlauf, der aus Laugen und sonstigen Wasser (Regenwasser, Urin von den Tieren) bestand in Streit gerieten. ( Früher war es gang und gebe das der untere Nachbar von den obern Nachbarn das Abwasser abnehmen, und über seinen Hof ableiten musste.)

In diesem besonderen Falle wollte der Hofbesitzer Saucke nicht mehr das Wasser des Hofbesitzers Reinecke abnehmen und schaufelte die Rinne zu. Dadurch bildete sich im Garten des Wilhelm Reinecke ein Teich aus Abwasser. Von dem neben ihm liegendem Hof, den der Hofbesitzer Schröder bewirtschaftete, lief dessen Wasser ebenfalls in seinen Garten, so das der Teich an Größe zunahm. Auch durch die Bäume die auf dem Sauckischen Hof standen und Schatten warfen, es waren Eschen, Eichen und Birken, war der angrenzenden Obst- und Gemüsegarten des Reinneckischen Hofes schon stark geschädigt worden. Da er dieses nicht mehr hinnehmen wollte schrieb der Hofbesitzer W. Reinecke am 24. April 1902 an das Amt in Bleckede und bat um Abhilfe. Das Amt schickte darauf den Dahlenburger Gendarm Lange nach Tosterglope um den Streit zu beenden. Der Gendarm Lange begutachtete die Lage an Ort und Stelle ganz genau, und versuchte die Angelegenheit zu entspannen. Nach dem er die beiden Parteien zur Einigung bringen konnte, und der Hofbesitzer

Hermann. Saucke die Rinne wieder hergestellt hatte, war diese Angelegenheit zumindest für das Amt in Bleckede erledigt.

Ob sich die beiden Herren sich danach noch gegrüßt haben, möge dahin gestellt sein.

So ist das eben: Wie man es einem gönnt, so gibt man es ihm.

Tosterglope, den. 07.09.00

Volker Weber