Allgemein

Am 9. Aug.1819 schlug bei einem Gewitter ein Blitz in das Wohnhaus des Vollhöfner Artur Wilhelm Thiele ein, und vernichtete den gesamten Hausstand, die Roggenernte. Ferner kamen zwei Pferde und sechs Ochsen in den Flammen um. Das Gebäude wurde 1820 neu Erbaut und steht heute noch auf dem Gehöft. Im Jahre 1869 hatte Ventschau 126 Einwohner (Quelle: Das Ortsregister v. Deutschen Reich 1869). Durch die Krankheit ihrer Schwester verdankte die Frau des Schmiedemeisters Groth aus Popelau, wahrscheinlich ihr Leben. Bei dem Deichbruch bei Darchau – Popelau im Jahre 1888 hielt sie sich in Ventschau bei ihrer kranken Schwester auf. (Aufzeichnungen des Schmiedemeisters vom 24. März d. J..) Am 25. Okt. 1892 war der Hofbesitzer Freer einer der Mitgründer der Dahlenburger Molkerei.

Der Hofbesitzer Thiele verkaufte am 9.Juli 1914 drei Stierkälber und eine tragende Kuh. Am 25.Juli verkaufte der Hofbesitzer Thiele ca. 80 Schafe. Der Mühlenbesitzer Ewald Kraßmann aus Darzau (Mühle) verkauft junge Bernhardiner Welpen. Eine neue Jagdverpachtung der Interessenten-Jagd in Ventschau stand am 3.Aug. beim Gastwirt Bluhm zur Verhandlung an. Dieses wiederholte sich abermals am 24.d.M. Ein schweres Unwetter richtete am 20.Sept. großen Schaden in der Gemeinde an. Der Lehrer Wilhelm Reinecke aus Moislingen fiel am 21.d.M. im Krieg. Der Reiter Hermann Schröder wurde im Kriege am 20.Okt. Als vermißt gemeldet. Für das notleidende Ostpreußen spendete die Gemeinde Ventschau- Moislingen 75,50 Reichsmark. Das Geld ging an die Kreiskommunalkasse in Bleckede. Eine Versteigerung bei dem Hauswirt H. Schulz aus Moislingen fand 25. Nov. statt. Der Ing. Ernst Kraßmann aus Darzau (Mühle) verstarb mit 31 Jahre. Die Ventschauer Ziegelei verkaufte am 1.12. Eine größere Menge Mauersteine an Interessenten. Am Sonntag den 20 Jan. 1929 veranstaltete der Ventschauer Sportverein von 1928 eine große Maskerade im Gasthaus Bluhm. Die Eheleute Ziegelmeister und Gastwirt Blum, der auch von 1924 bis 1933 Gemeindevorsteher war, feierten am 1.Okt.1936 ihre goldene Hochzeit.

Hier ein kleines „Video“ über die ehemalige Ziegelei:

In Ventschau betrug der Grünflächenanteil (Wiesen u. Weiden) 1946/47 von der Gesamtackerfläche (240,11 ha.) 16%. Ventschau hatten in diesen Jahren einen Waldanteil von 20- 30 %. Die Ackerflächen der Gemeinde Ventschau wurden hauptsächlich in vier Arten aufgeteilt. Brotgetreide, Futtergetreide, Kartoffeln und Futterrüben. Auf dem Hofgelände der Fam. Thiele befand sich eine Parkähnliche Anlage, zwischen Eichen und Buchen. In dem Park waren Wege mit Bänke und Rabatten, die von den Arbeitern und Kinder dieser im Herbst vom Laub befreit wurde.

Kennen sie eigentlich, Ventschau “?: fragte Thomas Fiedler aus Ventschau im Okt. 1990 auf der Photokina ( Weltmesse des Bildes ) in Köln. Thomas Fiedler ist Komponist von vier, kleinen Musiktiteln auf dem Label von SELECTED SOUND der EMI Music! Diese sind „Ventschau Theme“, „Caravan To Ventschau“, „Caracho“ und „Friends in harmony“.
Die CD Running Horses Selected Sound 5069 mit dem Musikstück “Ventschau Theme”, soll eine Hymne für den Ort darstellen. Mitkomponisten waren Ralph Paulsen-Bahnsen und Konrad Peschman und Hans Mueller war seinerzeit Manager des Labels.

Ältere Bewohner nannten den oberen Teil des Dorfes, ( ab Heil ) früher, „Dreidorf“. Das sollte bedeuten, die drei Häuser, Gasthaus Heil, Bauer Krüger und der Hof Wilhelm. Das Haus in der Nähe des Riesensteins war früher ein Schäferhaus, das der Schäfer von Thiele bewohnte. ( Urgroßvater von Heinz Himmel, früher aus Tosterglope ). In dem alten Haus, an der Nahrendorfer Str. wohnten die Großeltern und Eltern von Heino Meyer aus Alt- Garge ( früher Landwirt in Tosterglope ).

Arnold Cohrs Wohnhaus war eine Abbauerstelle, und wurde von der Fam. Persiel nach der Umsetzung des Gebäudes aus den Amt Neuhaus zuerst bewirtschaftet. Arnold Cohrs vererbte das Anwesen an seinen 2. Sohn Alfred. Dieser übergab es im Jahr 2012 an seine Nichte Maike Dörling.

Die Bewohner arbeiten in alter Zeit, beim Landwirt Thiele oder in der Ziegelei. Der Altbürgermeister Borchert ( starb am 5. Aug. 01 mit 95 Jahren ) setzte sich für den Ausbau der Dorfstraßen ein, da die alten Straßen nur Sandwege waren. Ferner war er auch bei dem Bau des Badeteiches mit verantwortlich, den die Gemeinde Ventschau von Landwirt Thiele gepachtet hat. Das Haus der Fam. Fagas ( Nahrendorferstrasse ) wurde um 1864 von dem Höfner Thiele gebaut. Heinrich Meyer ( Vater von Paula Fagas ) kaufte das Gebäude 1924 von der Fam. Thiele. H. Meyer war um 1914 bei der Post in Dahlenburg, und unterhielt später die Post – stelle in Ventschau. Zu dem Gebäude ( Wohnhaus mit drei Wohnungen ) gehörten auch 4 Morgen Acker und Wiesenland, sowie Schweine und eine Kuh. Zwei Wohnungen im hinter en Teil waren vermietet für 10 Mark im Monat. Der Ehemann von Paula Fagas, Hermann war als Polizist in Nahrendorf stationiert und ging in der Umgebung auf Streife. Später leistete er seinen Dienst in Bleckede. Als Pensioner leitete er noch einige Zeit die Concordia Versicherungsstelle. Eine Frau Gerhus war die älteste Frau aus Ventschau. Sie starb Anfang der Neunziger Jahren im Alter von von 101 Jahre.

Im Zweiten Weltkrieg, wo die Engländer am 24. 4. 1945 in Ventschau Quartier hatten, mußten alle Dorfbewohner in die Göhrde ziehen, wo sie einige Zeit blieben. Ein kleiner Teil kam im Forsthaus unter, es waren in den Nächten bis zu 200 Menschen. Nachdem sie nach Ventschau zurückkehren durften, versuchten sie schnell sich wieder ein bißchen Wohnlich einzurichten. Die freilaufenden Tiere wurden untereinander hin und her getau – scht, bis jeder wieder Vieh in den Ställen hatte. Ein Flugzeug stürzte bei dem Hof Thiele 1945 ab. (Es wird wohl das selbe sein das bei Köhlingen abstürzte.) Heute werden bei Rodungen noch Teile gefunden. Eine Zweite Maschine aus Englang stürzte 1945 in der Nähe des alten Schulweges bei der Fam. Fröhming ab. Am 22.4.45 kamen die Engländer nach der Darzauer Mühle und nahmen dort für 14 Tage Quartier. Bei der Mühle waren auch viele Flüchtlinge. ( Laut Aussage von der alten Frau Kraßmann ( 85 J. ).

Das Haus der Familie Meyer, an der Gemeindegrenze zu der Mühle Darzau, ist 1909 als Abbauerstelle erbaut worden. Der Herr Meyer kam aus Walmsburg, seine Frau war aus Ventschau, sie wohnte im Hause der jetzigen Fam. Fagas. Das Stück Land, 16 Morgen und den Bauplatz erwarben sie von den Hofbesitzer Thiele. Am 1. 9. 39 ( Kriegsbeginn ) bekamen sie den Anschluß an das Stromnetz, das von der Mühle Darzau aus bis nach Reeßeln führte. In den 50 Jahren kam der Strom aus Quarstedt, heute ist von der alten Leitung nichts mehr zu sehen, sie ist durch Erdverkabelung ersetzt worden. Die jetzige Frau Meyer geb. Müller kommt nach Darchau, ( Vater war Elbfischer, Strohdachdecker und Schlachter, ab 1935 Neu Darchau ) und ging 1933 in Quarstedt beim Bauer Dannenfeld in Stellung. 1936 heiratete sie ihren Mann und bekam fünf Kinder. Herr Meyer arbeitete bis 1939 in der Ziegelei, nach dem Wehrmachtsdienst als selbständiger. Waldarbeiter und bewirtschaftete nebenbei seine Ackerflächen. Im Krieg wurde das Haus als Lazarett von den Amerikaner belegt, um dort die Verletzten Soldaten und Zivilsten zu versorgen bis sie nach Schloß Göhrde ins Hauptlazarett gebracht wurden. Neben dem Meyerschen Haus stand im vorigen Jahrhundert eine Schmiede, die nach ihrem Abbruch in Neu – Darchau wieder neu aufgebaut wurde. ( Es steht noch heute, gleich neben der Brücke am Kateniner Bach bei der Fam Schmidt – Schulz ). Das alte Haus am Bache wurde auch von einem Meyer gebaut, nach mehrmaligen Be – sitzerwechsel ( Quastorf, Gerhus, Bonatz, Röhlke und Linke) hat es Dörte Heyer gekauft. Die Siedlung am Bache entstand um 1950, nachdem der Landwirt Thiele das Waldstück an die Fam. Adamski, Lindau und …….. verkauft hatte. Das Haus der Fam. Hugo Frömming wurde 1949 erbaut, der Einzelnstehender Hof der Fam. Ist von einem Musiker Meyer um 1870 erbaut worden. Von Herrn Hugo Frömming der Vater heiratete dort ein. Heute besitzt einer der Söhne den Hof, den er als Wochenenddomizil nutzt.

Der Sportverein wurde V.S.K. genannt, und besaß die Vereinsfahne gelb – schwarz.

Die bei der Fam. Saucke auf der Wiese befindliche Erhöhung stand die erste Ziegelei, sie brannte um 1920 ab. Im Jahre 1925 lagen dort noch Steine. Die Neue Ziegelei entstand dann an der Darzauer Strasse, die in den Sechziger Jahren abgerissen wurde. Nur das Verwaltungsgebäude steht noch und gehört der Fam. Fiedler. Im Gasthaus Heil kehrte auch der Deutsche Boxer Hein Tenhoff des Öfteren ein.

Auf der Wiese neben der Pension Peters befand sich die erste Lehmgrube für die Ziegelei an der Darzauer Strasse. Später wurden sie verfüllt und die neue Lehmgrube ent- stand am Berg zwischen Darzau Mühle und Darzau Hof. Heute sind dort Teiche und eine Lagerstätte für Oelerde. ( Ziegeleibesitzer, Thiele, Krüger, Hermann Schulz, dann Möllmann aus Hitzacker jetzt Fam. Fiedler ). Im Jahre 1925 wurde der Ort an das aus Dahlenburg kommende Stromnetz angeschlossen. In der Nahrendorferstr. gab es im unteren Teil erst drei dann später sechs Häuser. Das Haus der Fam. Cohrs wurde auf Abriss von der anderen Elbseite gekauft.

1973 errichtete der Landkreis, die Gemeinden Tosterglope und Ventschau, so wie der Staatsforst unter der Leitung des Forstamtmann Steffan aus dem Schieringer forst eine Schutzhütte, ein Trimm- Dich Pfad so wie ein Wanderweg an den Barnbecker Teichen. In den Siebziger Jahren wurden durch wildernde Hunde in einen Wildgehege des Hagenbecker Elefanten- Dompteurs Karl Kock eine tragende Damwildkuh und ein starker Damhirsch getötet. Die Hunde hielten sich längere Zeit in den Wälder um Ventschau- Tosterglope auf. Im März 1989 kam für den Hausbesitzer Heinz- Hermann Steckelberg das böse erwachen, als er sei an einen vermeintlichen Kaufmann vermietete Haus durch Zwangsräumung wieder betreten konnte. Das feste Inventar, war nicht mehr vorhanden oder kaputt, und auf dem Dachboden wuchs der Knöterich. Die Wiederherstellungskosten betrugen sich um ca.40.000 DM.

Im März 1999 legten Krötenfreunde ( Stammtischleute ) einen Krötenfangzaun gegenüber des Badeteiches an um den hohen Verlust an Kröten, (die durch den Verkehr ums Leben kommen) wieder aufzustocken.

1943 hatte in Ventschau folgender Haushalt ein Telefon: W. Thiele (Landwirt) mit der Nr. 14, Wilhelm Meyer (Bauer) mit der Nr. 49, Hans Bluhm Gast- Pensionshaus mit der Nr. 21,(Fernsprechbuch f. d. Bez. Hannover 1943)

Das in Ventschau ca. 1950 gefundene Bronzebeil stammt wohl aus der ehemaligen Mergelkuhle im Rosengarten. Das Beil fand der Landwirt Heino Meyer, der heute in Alt-Garge wohnt. Er gab es den Verfasser um 1990, als er aus Tosterglope fortzog.

Im Juli 1999 stellte der in Ventschau wohnende Ing. Stefan Betzenberger einen neuen Wanderplan für den Ort Ventschau vor. Weitere Angaben über den Ortsteil Ventschau bis dato finden Sie in der Tostergloper Chronik.