Bau eines Steingrabes der Jungsteinzeit

Die Menschen der Jungsteinzeit machten sich sehr viel Arbeit, wie man an die Größe der Steingräber leicht erkennen kann. Die größten dieser Anlagen sind z. T. über 100 m lang und über 10 m breit.

Man vermutet, dass die Mitglieder der Sippe mit dem Bau des Grabes einen Bautrupp beauftragten, der während der Bauzeit mit ihren Familien bei ihnen wohnte. Dieser Bautrupp brauchte etwa zwei bis drei Jahre, je nach der Größe und der Menge der Steine die sie in der Umgebung fanden um eine Grabstätte fertig zu stellen. Die Männer der Sippe und des Bautrupps transportierten die Findlinge, die in der Gegend verstreut lagen, im Winter zu der Baustelle. Auf gefrorenem Boden ließ sich der Stein besser bewegen, da man Holzstämme als Rollen für den Transport der Steine benutzte.

An den Grabanlagen gruben sie mit Holzstangen eine Rinne, in welche die Steine hineingestellt wurden. Die Lücken zwischen den Steinen wurden mit kleinen Steinsplittern ausgefüllt um Ungeziefer von der Grabkammer fern zuhalten. Die Grabanlagen wurden größtenteils in Richtung Ost-West ausgerichtet. Es gibt aber auch Abweichungen.

Um die Deckplatten auf das Grab zu bekommen, füllte man die Grabkammer wieder mit Sand. Danach konnte man die Decksteine mit Holzstämmen auf die Findlinge heraufziehen oder -schieben. Nachdem sie auf den stehenden Findlingen lagen, wurde der Sand wieder aus der Anlage geholt und die Ritzen mit kleinen Steinen gefüllt. Die Grabkammer wurde danach noch mit kleinen Steinen ausgelegt. Nachdem die Anlage fertig war, hat man das Grab mit einem Erdmantel umgeben, mit Ausnahme des Einganges zur Grabkammer.

Erst wenn der Sippenoberhaupt verstorben und seine Leiche in der Grabkammer beigesetzt worden war, verschloss man den Eingang mit einem großen Stein und trug dann noch Erde zum abdecken der Eingangssteine heran.

Es gibt auch ältere Steingräber, die nur 10 m lang und nur 8 m oder noch weniger breit waren. Verschiedene, heute noch existierende Steingräber liegen z. B. im Schieringer Forst und auch im sog. Barnbecker Forst.