Bronze- und Eisenzeit – der Weg bis ins Mittelalter

(1800 v. Chr. – 1000 n. Chr.)

In der Bronzezeit (1800 – 800 v. Chr.) kamen die ersten metallischen Werkzeuge wie Schwerter, Beile, Speerspitzen sowie Hausgeschirr usw., die aus Bronze hergestellt wurden, in unseren Raum.

Bronze ist eine Legierung aus Kupfer und Zinn, welche im Bergbau abgebaut wurde. Die Erze fand man aber auch an der Erdoberfläche, vorwiegend aber in Erdstollen, wie im Harz oder anderen Gebirgen im südlichen Europa. Die Menschen waren schon wahre Künstler ihres Faches, das beweisen die schönen Schmuckstücke, die in Gräbern gefunden wurden.

Steinwerkzeuge wurden aber noch weiterhin sehr oft verwendet, da Bronze sehr selten und somit auch teuer war.

Auch in der Bronzezeit war die Umgebung von Tosterglope relativ stark besiedelt; das bezeugen schon die vielen Grabhügel. Besonders gut erhaltene Grabanlagen findet man im Schieringer Forst oder in Nahrendorf in der Nähe des Sportplatzes. Die Grabanlagen waren nicht mehr so aufwendig erbaut wie die Steingräber der Steinzeit. Sie sind nicht mehr von großen Findlingen, sondern von kleinen Steinen, die man zu einem Kreis zusammenlegte, umfasst. Anschließend wurde die Grabanlage dann mit Erde, Sand und Heidesoden aufgeschüttet.

Die Toten wurden meistens in einem Baumsarg beigesetzt, der aus ausgehöhlten Eichenstämmen hergestellt wurde. In den Gräbern wurden den Toten Werkzeuge, Waffen und Speisen mitgegeben.

Die Gräber wurden mit einem Erdmantel umgeben, der bis zu 15 m hoch aufgeschüttet wurde. Die größten Exemplare bronzezeitlicher Grabhügel gibt es in Dänemark aber auch im Süschendorfer Wald, wo man erst 1989 ein Grab mit sehr großen Ausmaßen entdeckte.

Es war etwa 12 m hoch und 20 m breit; normalerweise waren sie 1- 6 m hoch und eine Breite von 3 – 10 m.

Der sog. „Opferberg“ im Schieringer Forst ist möglicherweise auch ein Grab aus der Bronzezeit, wahrscheinlich jedoch ein mit einem Grabhügel versehenes Steingrab der Jungsteinzeit.

In der Bronzezeit lebten die Menschen wie in der Jungsteinzeit auch in Sippen und in Großfamilien. Ihre Behausungen wurden verbessert, indem man den Wohnbereich von den Vieh- Boxen abtrennte.

Nach der Bronzezeit folgte die Eisenzeit von 750 v. Chr. bis 1000 n. Chr. In der Eisenzeit schmolz man Eisenerze (Raseneisenstein) oder importierte Roheisen aus dem Süden und stellte aus ihnen Waffen und Werkzeuge her. Die Eisenwaffen waren härter als die Bronzewaffen und den letzteren somit überlegen; den Schmuck jedoch stellte man vorwiegend nach wie vor aus Bronze her. Die Felder trugen Weizen, Gerste, Hafer, Hirse und Roggen. In den Gärten wurden Linsen, Bohnen, Zwiebeln und Rettich angebaut.

Die Rinder lieferten den Menschen Milch, Butter und Käse. Schweine und Schafe gaben Fleisch und Wolle und der Wildreichtum der Wälder bot willkommene Jagdbeute. Wälder hatten früher eine andere Bedeutung als heute, sie lieferten nicht nur Brenn-und Nutzholz, sondern während eines großen Teil des Jahres, Weide für Kühe, Pferde, Schafe, im Herbst aber Eicheln und Bucheckern zur Schweinemast. Die Anzahl der Rinder betrug etwa 4-6 Tiere, den so genannten Schatz. Es gab drei Stände, die Rechtlosen, die Halb-und Freien, so wie die Adligen. Die Bevölkerungsdichte betrug 2-7 Menschen pro 1 km“. Die Gehöfte der Bevölkerung lagen locker beisammen, denn sie fühlten sich in der Enge offensichtlich nicht wohl. Das Haus stand stattlich in der Mitte der umzäunten Hofstelle. Vom steinernen Herd in der Mitte des Wohnraumes zog der Rauch durch das Dach ins Freie. Die Frauen und Mädchen waren für das Haus und für die leichte Feldarbeit zuständig, die Männer für das Beackern der Felder und die Jagd, bzw. sie zogen als Krieger ins Feld.

Die Grabanlagen wurden noch kleiner; man legte die Urnen der Verstorbenen in eine Steinpackung und errichtete einen kleinen Grabhügel und später ein Steinpflaster darauf. Vereinzelt wurden die Urnen mit der Asche des verbrannten Toten auch einfach so in die Erde gestellt. Die Urnen des germanischen Stammes der Langobarden, die in der Zeit um Christi Geburt in dieser Gegend lebten, waren z. T. sehr schön verziert. Die Verzierungen brachte man mit einem Rollrädchen auf der Oberfläche der Urnen an. Sie kamen wahrscheinlich ursprünglich aus Skandinavien, möglicherweise aus Dänemark bzw. Südschweden. Langobarden bedeutet „die Langbärtigen“. Mit langen Bärten hat es nichts zu tun, sondern vielleicht durch Verschmelzung des Namens “ Loingo, Laginga oder Lainga „, die in Leinegau mit dem Namen Barden entstanden ist.

In Darzau und in der benachbarten Gemarkung Ventschau wurde bereits im vorigen Jahrhundert ein Gräberfeld der Langobarden entdeckt, das vielleicht sogar etwa 4000 Bestattungen umfasste. Zeitweise wurde die Zeit um Christi Geburt in Norddeutschland nach diesem Fundplatz als „Stufe von Darzau“ bezeichnet. Beim Augustenhof in Tosterglope wurde eine 1990 Siedlung der Langobarden entdeckt, die mit dem genannten Gräberfeld neben anderer einen Besonderheit im Landkreis darstellt. Bisher wurden nur wenige Siedlungen gemeinsam mit Gräberfeldern nebeneinander entdeckt. Auf der Siedlungsfläche wurde außer Tonscherben auch eine der ersten steinernen Drehmühlen aus dieser Zeit gefunden. Auch Steinwerkzeuge fanden in dieser Zeit noch ihre Verwendung, wie Funde beweisen.

Um Christi Geburt begann die sog. Römische Kaiserzeit. Der Hauptort der Langobarden im sog. Bardengau war die Ortschaft Bardowick an der Ilmenau. Die Langobarden waren Bauern und Krieger, ihre Kleidung bestand aus Fellen, gewebter Wolle oder Flachs. Sie trugen ein Hemd und eine Hose, die mit einem Gürtel zusammengehalten wurde. über die Schulter gelegt, trugen sie einen Mantel, der mit einer Fibel zusammengehalten wurde. Der Kateminer Bach war eine Grenzlinie. Zu Anfang des zweiten Jahrhunderts n. Chr., setzten etwa 6000 Langobarden über die mittlere Donau und fielen ins römische Reich ein, wurden besiegt und sind dort verschwunden. Im vierten Jahrhundert zogen die Langobarden in den Donauraum und von dort aus weiter nach Norditalien. Die Langobardenwanderung ist ein wichtiger Bestandteil der sog. Völkerwanderungszeit. Unter ihrem König Alboin eroberten sie 568 Oberitalien, wo die Landschaftsbezeichnung „Lombardei“ heute noch an sie erinnert. Im Jahre 774 rief der Papst den fränkischen König Karl den Großen gegen die Langobarden zur Hilfe. Dieser eroberte ihr Reich und schoss es an das fränkische Reich an. In das dünn besiedelte Herkunftsgebiet der Langobarden hier in unserer Gegend waren mittlerweile die Sachsen aus Schleswig- Holstein und sehr viel später (etwa um 700 n. Chr.) die slawischen Wenden angesiedelt. Das Siedlungsgebiet der Wenden erstreckte sich bis zur Ilmenau; die Ortsnamen Wendewisch und Wendisch Evern erinnern noch an sie.

Das sächsische Gebiet westlich der Ilmenau kam im Zuge der Sachsenkriege Karls des Großen zum Fränkischen Reich. Um 785 n. Chr. nach dem die Sachsen das Christentum angenommen, und Karl der Große die Wenden besiegt hatte, wurde der Bardengau dem Bistum Verden zugeteilt. Der Bardengau war in 7 Gohe geteilt. Tosterglope gehörte zum Goh Barskamp, an dessen Spitze der Gohherr oder ein Vogt stand. Als Gehilfen des Amtes, bei der Verwaltung, sowie bei der Rechtspflege waren die Vögte mit ihren Untervögten (Veestherrn), Förster und Gemeindevorsteher. Bei den sächsischen Dörfern, war es der Burmester, bei den slawischen Dörfern der Schultze (Schulze). Sie alle wurden von dem Amt ernannt, und erhielten für ihre Amtsgeschäfte eine Vergütung. Dieses konnte in Ländereien (Schulzenkamp) oder das Betreiben eines Gasthauses und Hökerei vergütet werden. Der Vogt vom Goh Barskamp war zugleich Förster im Barskamper Wald. Durchschnittlich umfasst ein Goh 120 Höfe (sächsischer Großhundert) und bildete einen Verwaltungs- und Gerichtsbezirk. Das Gericht vom Goh Barskamp fand im Schieringen (Scoringa) statt. Bardowick wurde gegen Ende des 8. Jahrhunderts zum Grenzhandelsplatz mit den östlich angrenzenden slawischen Völkern. Seit dieser Zeit bis hin zur Ostkolonisation des hohen Mittelalters wurde der nordostniedersächsische Raum immer wieder zum Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen des jungen deutschen Reiches mit seinen slawischen Nachbarn. Die Herren von Billung waren zugleich Herzöge von Sachsen und Grafen des Bardengaus. Der Letzte von den von Billung, war Herzog Magnus, er starb im Jahre 1106 n. Chr. Im Jahre 1205 nannte sich Herzog Wilhelm von Lüneburg “ Graf des Bardengaus „.