Das Schulwesen der Gemeinde

Das ursprüngliche Schulhaus stand mitten in Tosterglope, dort wo jetzt das alte Spritzenhaus steht. Man weiß jedenfalls nicht, ob es überhaupt das älteste war. Der Lehrer Buchholz war noch 1755 bei den Bauern im wechsle Untergebracht. Im Jahre 1755 soll ein Schulgebäude gebaut worden sein.

Der Förster Schmeckepeper aus Schieringen beanstandete als Feuergeschworener des Amtes die Schulkate bei den Gerichtstagen 1792 in Walmsburg. Die Kate in einem feuergefährlichen Zustand, und müsse dringend repariert werden. Der Schulze Michels aus Tosterglope sagte zur Entschuldigung dass er kein Holz dafür hätte, und wohl auch keins bekomme. Das Gericht ordnete darauf an, dass der Förster das Holz sofort bereitstellen müsse. 1828 klagte der Lehrer Frese, das im Haus nur eine Stube für Ihn und die Schule vorhanden sei. Es wurde 1833 abgebrochen und in der Siedlung am Barnbeckerbach auf einem 5 Morgen großen Gemeindegrundstück (Schweineweide), wo heute die Familie Schrader wohnt, von einem Schäfer Soltau aus Ventschau wieder aufgebaut. Auf dem Balken stand nach dem Wiederaufbau das Baujahr 1833. Es enthielt außer der Schulstube nur zwei kleine Kammern.

Der Lehrer musste mit seiner Familie in der Schulstube wohnen, die eine Größe von 16 Fuß im Quadrat hatte. Wegen seiner feuergefährlichen Lage wurde dieses wenig komfortable Schulhaus dann auch schließlich zu Abbruchzwecken 1831 verkauft. Der erste Schulvorstand, der überhaupt gewählt worden ist, bestand aus Sasse- Köhlingen und Hagemann- Tosterglope. Ihre Dienstzeit endete 1858. Um 1850 herum gab es in der Schulstube noch keine Pulte.

Es wurden zwei Tische aufgestellt, der eine für Mädchen, der andere für Jungen. Hinter den Tischen saßen die größeren, vor den Tischen die kleinen Kinder. Geschrieben wurde mit einer Gänsefeder, selten mit einer Stahlfeder.

Die Kinder brachten die Feder von zu Hause mit und der Lehrer schnitt sie zurecht. Morgens wurde zuerst gesungen, dann wurde eine Schulstunde lang (oder auch mehr) der Religionsunterricht abgehalten. Darauf folgte Schreiben und Rechnen. Während die anderen schrieben oder rechneten, mussten die Kleinen den Lehrer etwas vorbuchstabieren oder lesen. War die Schule aus, dann sprach der Lehrer zum Abschluss noch ein Gebet.

Im Winter war nur nachmittags Schule. Es wurde auf der Schiefertafel gerechnet und im „Kinderfreund“ (ein Lesebuch) gelesen. So ging es Tag für Tag. Die Tagelöhnerkinder, die bei den Bauern Kühe hüten mussten, gingen während des Sommers (wenn überhaupt) nur zweimal in der Woche zur Schule. Einen Stundenplan kannte man nicht, da sich Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen sich jeden Tag in der gleichen Abfolge wiederholte.

Der Stock wurde vom Lehrer oft gebraucht. Er verwandte Haselbüsche, die in seinem Garten wuchsen. Herr Breutzen gebrauchte auch die Faust, wenn der Stock durch vorheriges (heimliches) Einringeln durch die Schüler beim späteren Gebrauch stückweise abflog. Ferner wurden die Ohren lang gezogen und die Nase gedreht und geohrfeigt, dass der Kopf hin und her flog. Samstags mussten die großen, zuvor ausgesuchten Jungen und Mädchen zurückbleiben und die Schulstube reinigen, Sand aus der Sandkuhle zum Ausstreuen holen (aus der Sandkuhle am Dorfrand, heute Lischke) oder sie mussten Holzhacken zum Heizen. Der Lehrer erhielt ein Schulgeld für die Kinder, die gerade schulpflichtig waren. Das brachte nicht oft genug ein, so dass die Lehrer nebenbei etwas Ackerbau betreiben mussten. Der Lehrer Breutzen um 1860 verkaufte sogar Honig als Nebenerwerb. Das Feuerholz wurde den Lehrern von den Bauern geliefert. Was sie nicht verheizten, machten sie zu Geld. Aus diesem Grunde war die Schule oftmals schlecht geheizt. Es war oft so kalt, dass die Kinder ihre Handschuhe anbehielten. Die Kinder, die konfirmiert werden wollten, mussten jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 10 – 12 Uhr nach Barskamp zum Konfirmandenunterricht. Die kleine Unterrichtsstube im alten Pastorenhaus lag hinter der Küche, so dass immer alle Kinder (von allen Gemeinden des Kirchspiels etwa 40 Kinder) durch sie hindurch stampften.

Vorher waren sie von 8 – 9 Uhr noch in der Schule zum Religionsunterricht. Jeden Sonntag ging es zur Kinderlehre nach Barskamp. Hier nahmen auch die Kinder teil, die erst im nächsten Jahr konfirmiert werden sollten. Nach der Konfirmation gingen die Jungen in die Lehre oder als Knecht in die Landwirtschaft. Die Mädchen gingen als Magd auf die die Bauernhöfe. 1831 entstand das neue Schulgebäude außerhalb des Ortes, auf dem Hof des jetzigen Besitzers W. Martens. Das Schulgebäude war der am Haus liegende niedrigere Teil. Am 4. Juli 1898 verkaufte der Hauswirt Scharnhop (Tiedemann) dem Schulvorstand ein innerhalb des Dorfes gelegenes Grundstück von 2 Morgen Größe für 2000 M, für ein Schulhausneubau.

Die für den Neubau beteiligten Firmen wurden am 29.8.1898 festgelegt. Es ist wie folgt für Maurerarbeiten der Maurermeister Stute aus Dahlenburg, für Zimmerarbeiten und Tischlerarbeiten die Zimmermeister Erben und Dräger aus Neuhaus/ E, die Dachdecker-arbeiten an den Dachdeckermeister Goedecke sen. aus Dahlenburg, die Klempnerarbeiten an den Klempnermeister Stute aus Dahlenburg, die Malerarbeiten an den Malermeister Lemitz aus Dahlenburg, und für die Anlage eines Brunnens an Klempnermeister Oerzen aus Dahlenburg.

Die Beschläge an Fenster und Türen wollte der Schulvorstand selber besorgen. Die Mauersteine 13ner. (für die Außenwände Himpten) von Buhlert aus Dahlenburg. Zweite und dritte Sorte sollen von Thiele aus Ventschau besorgt werden, die letzteren jedoch von diesem nur, wenn die Ziegelei in Dahlem zu dem genannten Termin früher liefern kann. Das Schulgebäude (Haus und Stall) wurde 1899 auf 11722 M. geschätzt. Am 13. März 1899 genehmigt der Minister den Verkauf des alten Schulgrundstückes (beim heutigen Augustenhof). Das neue Schulgebäude wurde mit einem Drahtzaun eingefriedet, und Stallungen errichtet.

Für 9110 M wurde das alte Schulgrundstück an den Nahrendorfer Bürger Rudolf Meyer verkauft. Rudolf Meyer hat das Grundstück an den Reeder Schmeil aus Hamburg verkauft, der in Glienitz ein Kieswerk betrieb. Am 23. September 1899 waren Lehrer und Schüler zum letzten Mal dort versammelt. Nach den Herbstferien am 16. Oktober 1899 wurde schließlich das jetzige Schulhaus (heute Kindergarten) eingeweiht.

Das Grundgehalt des Lehrers Brohmann wurde durch den Wegfall des Dienstlandes auf 1050 M festgesetzt, dieses geschah am 1. April 1899. Zudem kamen noch freies Wohnen und Garten sowie 120 M für die Alterszulage. Ab 15. Sep. 1906 war das Grundgehalt auf 1100 M erhöht worden. Für die verstorbene Handarbeitslehrerin, Witwe Meyer, wurde die Frau vom Lehrer Brohmann ab Feb. 1909 als neue Handarbeitslehrerin eingesetzt. Das Grundgehalt betrug 60 DM.

1910 besuchten 62 Kinder die Schule, 18% also 11 Kinder hatten einen Schulweg von 2 1/2 – 3 km zurückzulegen, so dass sie die Mittagspause im Schullokal verbringen mussten. Da es zu mancherlei Missstände führte, wurde eine Einführung des ungeteilten Unterrichts in Erwägung gezogen. In den Sommerferien 1912 wurden das Schulzimmer und der Vorflur auf Kreisärztlicher Anordnung zum Teil mit einer Holzverschalung versehen. Ab 1 April 1914 wurde die Ehefrau Luise Schultz geb. Meyer in Tosterglope als neue Handarbeitslehrerin angestellt.

Wegen Trockenlegung des Schulhofes wurde 1915 der Schulhofboden ausgehoben und mit Sammelsteinen, Schlacke und Kies wieder aufgefüllt. Das Schulgrundstück wurde mit, bestehend aus Betonsockel und Pfählen und verzinkten Drahtgeflecht neu Eingefriedet. Während der Kriegsdauer besuchten die schulpflichtigen Kinder aus der Gemeinde Ventschau die hiesige Schule. Zum 1 Juni 1921 wurde die Näherin Mathilde Wöhlke geb. Meyer in Tosterglope als neue Handarbeitslehrerin für die ausgeschiedene Luise Schultz neu angestellt. Die Vergütung für das Reinigen des Schulhofes, des Schulzimmer und der Bedürfnisanstalt noch 100 M auf 200 M. erhöht. Der Schulvorstand sprach sich für eine Neueinschätzung des Schulgebäudes im Jahre 1925 aus, da im Brandfalle die Versicherungssumme nicht mehr ausreichend war. Für den Pensionierten Lehrer Brohmann kam 1928 Herr H. Müller als Ersatzlehrer in die Schule. Zum 1. Juli 1929 übernahm der Lehrer Schuart den Unterricht bis zur Pensionierung am 1. Mai 1933.

Folgende Instandsetzungsarbeiten sind am 16. März 1930 beschlossen. Renovierung der Lehrerwohnung, Einfriedung des Gemüsegartens (50 m Drahtgeflecht, besorgt durch Schmiedemeister Albrecht aus Tosterglope), die durch den Zimmergesellen Wiegel erledigt werden soll.

Den Ofen setzte der Töpfermeister K. Dietrich aus Dahlenburg um. Am 1. Mai 1933 wurde der Unterricht vom Lehrer Seebörger übernommen. Der Schulvorstand beschoss am 4. 5. 1933 die Anschaffung einer Hakenkreuzfahne, so wie die Anstellung einer neuen Handarbeitslehrerin. Für die ausscheidende Frau Mathilde Wöhlke die Ehefrau Wöhlke aus Tosterglope.

Eine Anlage zum Hände waschen, die mit einer Trinkvorrichtung versehen ist wurde, vom Schmiedemeister Ernst Albrecht aus Tosterglope 1934 errichtet. Durch den Verkauf des Schulgrundstücks an den Nahrendorfer Bürger Rudolf Meyer im März 1899, kam das Grundstück im Okt. 1899 an den Reeder und Kiesgruben Besitzer Schmeil aus Hamburg. Er baute ein neues Wohnhaus am alten Schulhaus an. In den laufenden Jahren kamen noch einige Scheunen, Tierställe sowie eine Gärtnerei dazu. Herr Schmeil nannte es dann nach seiner Frau Auguste „Augustenhof“. Der 370 Morgen große Hof kam nach mehrmaligem Besitzerwechsel an den Landrat Dr. Martens aus Celle.

Am 2. Sept. 1933 wurde für die Schule ein Wandertag angesetzt. Mit den Schulen aus Alt- Garge, Barskamp, Göddingen, Walmsburg und Breetze nach Alt- Garge zum Kieswerk. Müller aus Barskamp. In der Kiesgrube wurden der Greifbagger und die Feldbahn besichtigt.(Die Kiesgrube lag da, wo später das Kraftwerk der HEW gebaut wurde.) Anschließend hörten sich die Schüler eine Rede des Führers Adolf Hitler an. Am 09.11.1961 brannte unser Schulhaus durch einen Schornsteinbrand, der bei Reparatur arbeiten entstand, nieder. Bereits innerhalb weniger Wochen war die Schule wieder so instand gesetzt, dass der Unterricht wieder stattfinden konnte.

Im Jahre 1967 wurde die kleine Dorfschule geschlossen. Die Tostergloper Schüler mussten nach Barskamp/Alt- Garge; heute sind sie nach Dahlenburg orientiert. Heute ist das Schulgebäude ein Kindergarten. Er wurde im Oktober 1967 von der Gemeinde unter der Leitung von Frau Hütter (der Ehefrau des ehemaligen Lehrers) eingerichtet und ist heute einer der ältesten und begehrtesten Kindergärten des Kreises.

Während der letzten 300 Jahre waren folgende Lehrer angestellt:

DatumName
um 1705Ebeling Henning
um 1706Hieronymus Matthießen Schulzen gestorben am 22.10.1728 in Stapel. (Verheiratet mit Grete Reinke zu Ostglop 23.10.1705)
um 1725Ties Schulten
um 1750 - 1772 ?Buchholz Christian
1772 - 1794Soetebeer Nicolaus Georg . War als Schneider tätig mit zwei Gesellen.
1794 - 1812Klingemann Johann Wilhelm. Er war vorher Handelsmann. Er verstarb am 29.04.1812 in Tosterglope im Alter von 69 Jahren
1812 - 1822Jachner Daniel (1822 Grieáen(Gr.Bergen) 1824 in Viehle 1834 in Ellringen) Er war auáerdem als Schneider tätig.
1822 - 1824Meyer Er war außerdem als Schneider tätig.
1824 - 1830Freese Jobst Heinrich Friedrich Christian
1830 - 1843Schröder Friedrich Christian (Heinrich)
1843 - 1869Breutzen ? Heinrich Philipp. Die Fam. Breutzen ist sei 1711 im Nahrendorfer Raum schon als Lehrer und Kster angestellt. GdKN 447). Eltern 1822 u. 1848 wohnhaft in Harmstorf ? Vater Lehrer ebenda.
1869 - 1883Heinrich Julius Georg Diers aus Burgwedel
1883 - 1927Brohmann Friedrich (starb 1936 in Tosterglope)
1927 - 1928Müller
1929 - 1933(1.5.) Schuart Georg / Schüneich
1933 - 1958Seebürger Walter
1946 - 1956Witzleben Willibald
1958 - 1967Frau von Patow / Herr Hütter Roman

Kinderspiele unser Eltern und Großeltern

1. Die Knaben betrieben am liebsten eins der Knopfspiele. Dabei wurden auf einem glatten Steig mit dem Messer fünf Löcher in die Erde gebohrt, vier im Quadrat und ein Loch in der Mitte. Aus einiger Entfernung warf man dann seine Kugeln, die meistens aus Ton war, seltener aus Glas, möglichst so, dass sie in das Mittelloch fiel, das nur gerade so groß war, um eine Kugel aufnehmen zu können. Wem das zuerst geglückt war, der hatte gewonnen. Er nahm die Kugel wieder an sich, und die anderen kamen an die Reihe. Der Gewinner erhielt von denen, die ihre Kugel nicht ins Loch geworfen hatten, je einen Knopf. Die anderen, deren Kugel auch im Loch gelegen hatte, bezahlten nicht und gewannen nicht, sie hatten sich freigeworfen. An jedem Spiel beteiligten sich fünf bis sechs Knaben.

2. Das andere Knopfspiel war so:

Ein Messer wurde senkrecht in die Erde gesteckt. Danach warf man mit sogen. Bleiknöpfen. Diese goss man sich selbst, sie waren so groß wie Markstücke, aber drei bis viermal so dick. Wer seinen Bleiknopf am dichtesten ans Messer geworfen hatte, gewann von den anderen je einen Knopf. Wenn zwei sich gleich waren, warfen sie noch einmal. Beim Werfen kam es nicht nur darauf an, in möglichste Nähe des Messers zu treffen, sondern vor allem auch darauf, dass das runde Bleistück platt auf die Erde fiel, sonst rollte es weit weg. Jeder Junge hatte ständig einen Beutel mit Knöpfen aller Art bei sich. Je mehr er besaß, desto reicher fühlte er sich. Die blanken Knöpfe aus Messing oder ähnliches Metall halten mehr als Hornknöpfe, Mantelknöpfe mehr als Hosenknöpfe. Wer Pech im Spiel hatte, konnte seinen ganzen Knopfvorrat verlieren. Solange jedoch noch Himpten ein Knopf an der Jacke oder Hose saß, hörte man nicht auf zu spielen. Man riskierte dem allerletzten Knopf, wenn es auch nachher von Mutter ein Donnerwetter gab. Also hatten die Knöpfe damals großen Wert für die Kinder.

3. Die Mädchen spielten „Fangesteen“:

Vier runde Kieselsteine wurden im Viereck auf die Erde gelegt. Während ein fünfter Stein in die Höhe geworfen wurde, musste man jedes Mal einen Stein vom Boden aufnehmen. Auf dieselbe Weise wurden die vier Steine auch wieder auf ihren Platz gelegt und zwar nach einander. Dann mussten bei jedem Wurf zwei gegenüberliegende Steine aufgegriffen und auch wieder hingelegt werden. Beim dritten Gang mussten alle vier Steine auf einmal auf gegriffen werden und wieder an ihren Platz gelegt werden. Je weiter die Steine auseinander lagen, desto flinker musste das Mädchen sein. Natürlich musste der fünfte Stein jedes Mal aufgefangen werden. Wer besonders flink war, warf die vier Steine wahllos auf die Erde, den fünften Stein hoch in die Luft. Währenddessen mussten die umher gestreuten Steine ganz schnell aufgegriffen werden, bevor der von oben kommende Stein aufgefangen war.