Der Dreißigjährige Krieg

und seine Folgen für Tosterglope und Umgebung

1618 begann in Böhmen der 30jährige Krieg, der auch in unserer Heimat seine Spuren hinterließ.

Die Feldherren, deren Armeen und Söldnerscharen das Lüneburgsche durchzogen, folgten weitgehend ihren eigenen Interessen, so dass es der Landbevölkerung ziemlich gleich war, ob es sich um Freund oder Feind handelte; sie hatten unter allen Truppen-Durchmärschen gleichermaßen zu leiden.

Am 20. Mai 1620 erließ der Herzog Christian von Lüneburg und Braunschweig den Befehl zur Mobilmachung in dem Gebiet zwischen Winsen und Dannenberg. Schon am 20.Juli d. J. wurden aus den Dörfern Tosterglope und Katemin, die Herren Bernst Nagell, Hans Burmester, Marten Meyer, Henning Nemitz und Lüdtke Stril zum Kriegsdienst einberufen. 1625 trat der dänische König gegen den kaiserlichen Feldherrn Tilly an. In Bleckede, Winsen usw. wurden die Schlösser in einen wehrhaften Zustand versetzt, um sich gegen die feindlichen Heere zu wehren.

Im Dezember 1625 zog der Graf v. Mansfeld mit 7000 Mann und 500 Wagen aus Richtung Lüneburg (das er nicht ausgeplündert hatte) in die Dahlenburger- Tostergloper Gegend. Bei dieser Gelegenheit wurde Tosterglope und Köhlingen vollkommen ausgeplündert. Das Manfeldsche Volk bestand aus einem Haufen gemeiner Diebe und Räuber. Das Vieh wurde verschleppt, Kornspeicher ausgeraubt. Den Bauern wurden die Pferde weggenommen, andere mussten über Tage Spanndienste leisten und froh sein, wenn man sie am Leben ließ und ihre Häuser nicht in Schutt und Asche legte. Frauen und Mädchen wurden von den Soldaten in großer Zahl vergewaltigt. Im September des Jahres 1626 wurde unsere Heimat von den dänischen Heeren heimgesucht, die sich nicht besser benahmen.

Kurz danach hausten 6000 Mann des Markgrafen Christian Wilhelm in bestialischer Weise. Im Oktober 1626 nahmen 97 kaiserliche Kompanien in unserer Gegend Quartier und plünderten bzw. brandschatzten ohnegleichen.

Die Bauern litten nicht nur unter diesen Gräueltaten, sondern mussten auch noch vor dem Amtskassierer ihr Hab und Gut schützen. Was sie einen Tag vor den Landesknechten gerettet hatten, wurde ihnen nicht selten am nächsten Tag von den Kassierern abgenom – men, um die leeren Amtskasse zu füllen.

Vom 4. April bis zum 30. Mai des Jahres 1642, wurden ein Teil der Truppen des Rittmei – sters Schuhmacher in Tosterglope untergebracht. Im August des Jahres 1643, sind im wechseln die Kaiserlichen und die Schwedischen Truppen in Tosterglope einquartiert.

In den folgenden Jahren folgte noch eine Reihe von Heeresdurchzügen bis endlich am 24. Oktober 1648 der Frieden geschlossen wurde. Von deren 56 Dörfern der Elbgegend von Dannenberg bis Bleckede wurden 30 völlig ver – brannt oder später als wüst bezeichnet.

Es gab kein einziges Dorf, das noch mehr als 4 Höfe hatte. Die Einwohner waren entweder ermordet oder irrten in den Wäldern umher, wo sie noch einiges Vieh versteckt hielten.

Viele sind für immer verschollen geblieben oder ließen sich in die Fremde abwerben. Die Bevölkerung schrumpfte etwa auf 1/4 der ursprünglichen Einwohnerzahl; viele Höfe blieben über Jahre herrenlos. Nicht nur der Krieg, sondern auch die vielen Seuchen trugen dafür die Verantwortung.

Im Jahre 1680 besaßen die von Estorff ( Neetze ) wieder fünf Höfe und zwei Koten, sowie das Pfarramt Barskamp einen Hof.

1679 hatte Tosterglope wieder 10 Höfe, im Jahre 1776 waren es bereits 12 Bauernhöfe.