Die Franzosenzeit um 1800

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann in unserer Gegend die relativ kurze Episode der Franzosenherrschaft. In dieser Zeit hatte Tosterglope 12 Hausstellen. Das Amt Bleckede gehörte für eine kurze Zeit (1810) zum Königreich Westfalen, dann aber schon im selben Jahr zum Königreich Frankreich.

Im Frühjahr 1812 rüstete sich der französische Kaiser Napoleon für seinen Russlandfeld – zug, für den er zahlreiche Soldaten brauchte. Schon 1811 ließ er Rekruten anwerben, die als „Konskribierte“ bezeichnet wurden. Wer zur Armee eingezogen wurde, musste der Ortsvorsteher der von den französischen Aushebungen betroffenen Orte entscheiden. Er rief die Bauern zusammen und fragte: „Welche wollen wir herausgreifen?“ Am liebsten wählte man dann natürlich solche, die sich im Dorfe bereits unbeliebt gemacht hatten. Waren die Personen bestimmt, so ging der Dorfschulze zu ihnen hin und kündigte den betreffenden Männern an, dass sie Soldat werden müssten. Die meisten der Betroffenen waren Knechte, Handwerker, Brinkbesitzer usw.. Viele dieser unfreiwilligen Soldaten desertierten und hielten sich versteckt. Zur Strafe wurden dann den Eltern des flüchtigen Soldaten ins Haus einquartiert. Deserteure aus den Elbdörfern verschwanden mit Vorliebe über die Elbe nach Mecklenburg, wo sie in Sicherheit waren. Mit insgesamt 450000 Mann zog Napoleon nach Russland. Unter ihnen befanden sich auch viele Rekruten aus dem Lüneburgschem.

Viele von ihnen überlebten diesen verlustreichen Feldzug nicht. Das Jahr 1813 befreite unsere Gegend von der französischen Besatzung. Eines der kriegerischen Ereignisse dieses Jahres spielte sich in der Göhrde ab: Die Schlacht in der Göhrde im September 1813. Am Nordrand der Göhrde bei Oldendorf steht ein Denkmal zum Gedenken an das für die siegreiche Gefecht gegen die Franzosen. Auch durch Tosterglope sollen die französischen Truppen gezogen sein; man erzählt, sie seien an der Jägerkate in Richtung Barnbecker Forst, also an der Siedlung vorbeigezogen.

Am 16. September 1813 also am Tage der Schlacht soll ein Vorfahre von den Familien J. Friedrich und Hermann Saucke aus Tosterglope, als Junge in eine der zahlreichen Eichen, die in unserem Dorf heute noch stehen, geklettert sein, um den Verlauf der Schlacht zu beobachten. Er erhielt danach den Spitznamen „Kanonen-Saucke „. Auf ihrem fluchtartigen Rückzug streiften die Franzosen auch Tosterglope und Köhlingen, wo sie sich in Backöfen, Gräben oder in ähnlichen Schlupfwinkeln versteckt hielten. Die Mitleidigen Bauern stärkten die kranken und verwundeten Soldaten mit Speis und Trank. Um 1814 soll ein russischer Soldat einem Knecht aus Tosterglope, aus versehen die rechte Hand mit einem Säbel abgehauen haben. Der Knecht bekam 46 Taler Schmerzensgeld zugesprochen.

Am 25. Januar des Jahres 1814, hatten in Tosterglope, Köhlingen, Horndorf und die Ort – schaft Reeßel, die Russische Infanterie mit 1200 Mann Quartier bezogen. Am 8. Juli wiederholte sich das ganze aufs Neue, nur diesmal waren es die mecklenburg- schwedi – sche Brigade des Erbprinzen von Mecklenburg, der in Bleckede sein Hauptquartier hatte.