Ereignisse in der Tostergloper Dorfgeschichte von 1696 bis 1945

Der Landesbeamte u. Rademacher Hans Meyer zu Tosterglope übernahm am 2. Okt. 1696 die wüste Kothstelle des Horst Posse.

1742 waren in Tosterglope elf Eingesessene (Bauernhöfe) beim Amt in Bleckede eingetragen. Sie mussten für eine gerodete Fläche 24 Mariengroschen und 6 Pfennige an das Amt zahlen. So kamen auf jeden Eingesessenen 18 Pfennige, also 11 Höfe. Im Jahre 1782 übernahm der in Boitze geborener (1752) Jürgen Hinrich Saucke, den Halbhof Pleßen- Hof in Tosterglope. Zwei Jahre später heiratete er in den Halbhof Soltau (heute J. Fr. Saucke) ein. So wurde er zu einem Vollhöfner.

Am 11. Juni 1843 wurde der Hauswirtsohn Jürgen Friedrich Meyer aus Tosterglope bei dem Schuhmachermeister Sühl in Dahlenburg als Lehrling aufgenommen. Nach drei Jahre Lehrzeit, legte er am 23. Mai 1846 ein Paar Männerschuhe als sein Gesellenstück ab. Für die Lehrzeit musste sein Vater das so genannte Lehrgeld zahlen. Dieses konnte nicht jeder aufbringen, so war eine Ausbildung schon ein Privileg. (Auszug aus einem der Zunft- Bücher des Dahlenburger Archivs).

Um 1856 wurde in einer Steinsetzung aus der Römerzeit ein schön gearbeitet Bronzegefäß mitbrannte Knochen. Es war Kesselförmig und hatte Löcher für ein Henkel. (Die römischen Bronzeeimer von Hemmoor von Heinrich Willers (1901).

Im Land- und Forstwirtschaftlichen Provinzial Verein Uelzen für das Fürstentum Lüneburg waren zur 50jährigen Stiftungsfeier am 9. Juni 1880 aus Köhlingen zwei, aus Ventschau drei und aus Tosterglope vier Hofbesitzer Mitglied. Die Hofbesitzer gehörten dem Landwirtschaftlichen Verein in Dahlenburg von 1852 an, der dem Uelzener angegliedert war. Der Jahresbeitrag für die 138 Mitglieder des Vereins betrug 2 Mark. Der Verein war bemüht durch die Einführung guten Zuchtmaterials an Rindvieh, Schafen und Schweinen die hiesige Viehzucht zu heben und die Vereinsmitglieder zu veranlassen, durch Hofregulierungen ihre Ackerwirtschaft zu verbessern. Der erste Präsident war der Baron von Estorff zu Neetze, seit 1868 der Gutsbesitzer Burmester aus Horn Vorsitzender des Vereins. Bis 1880 wurden vier Tierschauen im Verein abgehalten, in den Jahren 1857, 1861, 1866 und 1870.

In dem Tostergloper Waldflurstück „Im Wohld“ fand der Altertumsforscher Horstmann ein kleines Urnenlager.

Bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1881, das im Amt Bleckede stattfand wurden 12675 Personen gezählt.Am 14. Oktober 1882 brach auf einem Hofe aus unbekannter Weise ein Feuer aus. Da die Leute auf dem Feld waren, konnte sich das Feuer sehr schnell ausbreiten. Obwohl die Feuerwehren aus Dahlenburg, Ellringen und Barskamp zu Hilfe kamen, wurden 14 Gebäude samt Vorräten und Maschinen vernichtet. Die nun Besitzlosen wurden von den restlichen, nicht abgebrannten Bauern aufgenommen. Nach etwa einem Jahr konnten sie in die Neubauten wieder einziehen.

Im Herbst 1883 brach im Ort Typhus aus. 25 Personen erkrankten, es waren aber nur drei Todesfälle zu verzeichnen. Im Deichverband Garge waren die Höfner Friedrich Lütjens aus Köhlingen und Johann Heinrich Reinecke aus Tosterglope im Jahre 1883 als Deichinteressenten vertreten.

Im Juni 1885 richtete ein außergewöhnlicher Hagelschauer schwere Schäden an. Am Mittag des Tages zog ein Gewitter auf, das ausschließlich Richtung auf Bleckede nahm. Nach einer plötzlichen Winddrehung zog es jedoch über Horndorf und Tosterglope in Richtung Oldendorf. Kurze Zeit später öffnete der Himmel endgültig seine sämtlichen Schleusen, begleitet mit Orkanböen und Hagelkörnern, die die Größe einer Walnuss, manche sogar die eines Hühnereies besaßen. Fensterscheiben wurden zerschlagen, Dächer abgedeckt. Die Verwüstungen in den Obst- und Gemüsegärten waren entsetzlich. Auf einem 5 Morgen großen Roggenfeld soll kein Halm mehr aufrecht gestanden haben.Der erste Kreisabgeordnete im ersten Bleckeder Kreistag im Jahre 1885 war der Ortsvorsteher Lütjens aus Köhlingen.

1888 war für die Gemeinde Tosterglope der Hofbesitzer Ortmann aus Walmsburg, von der Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft für Land. u. Forstwirtschaft als Vertrauensmann bestellt.
Die Zivilbevölkerung betrug nach der Zählung am 01.12.1890 im Kreis Bleckede 20.862 Personen, die einen Abgeordneten nach Hannover in den Landtag abstellen konnten.
Im Juli 1891 ging der Förster Blanke aus dem Schieringer Forst in den Ruhestand. Ihm wurde vom Kaiser das Allgemeine Ehrenzeichen für seine Dienste verliehen. Der Förster Mertens aus Hanstedt wurde in der Schieringer Forst versetzt.
Ins Schöffengericht zu Bleckede wurde der Wehrmann der Landwehr Heinrich Ludwig Wilhelm Saucke am Samstag den 01.August 1891 Vormittags um 9.00Uhr geladen. Der am 02. Mai 1865 in Tosterglope geborene Saucke wurde beschuldigt sich ohne Erlaubnis ausgewandert zu sein. Beim unentschuldigten Ausbleiben wird der Beschuldigte nach § 472 der Strafprozessordnung von Königlichen Bezirks- Kommando zu Lüneburg verurteilt. Der Wehrmann Saucke wird sich wohl nicht dem Gericht gestellt haben. Der Wehrmann Saucke wurde zu 30zig Mark Geldstrafe, oder zu 10 Tage Gefängnis so wie die Gerichtskosten verurteilt. (Amtsbuch 1891 (Nr. 959 u. 1433).

Am 25 Okt. 1892 eröffnete man die Molkerei in Dahlenburg. 26 Landwirte bildeten den Stamm des Unternehmens. Es waren aus unserer Gemeinde die Hofbesitzer Baron von Spörcken aus Molzen (Gut Horndorf), W. Saucke, Fr. Meyer, H. Scharnhop, W. Tiedemann, H. Saucke, Jürgen Paetzmann, Fr. Schulz und Wenk aus Tosterglope, sowie Niebur, Sasse und Fr. Lütjens aus Köhlingen.

Aus Ventschau der Hofbesitzer Freer. Im Vorstand W. Saucke und in den Aufsichtsrat Hofbesitzer Niebuhr aus Köhlingen. Herr Christoph Jacobs (Landarbeiter) aus Tosterglope bekam ab 11.11.92 eine Jahresrente von 115,80 Mark. Für die Gemeinden Tosterglope, Ventschau und dem Gutshof Horndorf wurde der Dahlenburger Bürgermeister Buhlert von der Vereinigten landschaftlichen Brandkasse zu Hannover als Kommissarischer Befugte für die Mobiliarversicherung bestellt. Für die Gemeinde Köhlingen wurde der Tierarzt Dannenberg aus Bleckede.
-1893: Die Landarbeiterin Marie Harms geb. Schmidt aus Gut Horndorf bekam ab dem
20.6.93 eine Jahresrente von 115,20 Mark.
In dem Buch über „Sprachreste der Draväno- polaben“ von Paul Rost (1907), werden die Flurnamen der Bauckberg und Kleisch schon 1830 erwähnt.
Der Förster Mertens vom Schieringer Forst wurde im Januar 1903 zum Hegemeister ernannt. Für die Besoldung des Dorfschullehrers musste der Schulverband Tosterglope 1903 zusätzlich zum Staatsgehalt einen Betrag von 148,80 Mark aufbringen. Für die Lehrerruhegeldbesoldung zusätzlich 76,50 Mark. Für die Lehrerwitwenrente, die der Staat auf 500 Mark festsetzte musste der Schulverband noch 5,50 Mark aufbringen. Der Tostergloper Mahlke wurde vom 1. Mai 03 an, von der Oberförsterei Bleckede zum Forstaufseher bestellt. Ab August 1903 wurde im Kreis Bleckede Herr Müller zum Landrat bestellt. Ein Rüsselkäfer fand man 1905 in der Gemeinde Tosterglope. Dieses ist ein seltener Fund gewesen.

Die ersten Fernsprechleitungen kamen 1905 in die Gemeinde, eine ging zum Rittergut Horndorf und eine zum Augustenhof (Besitzer war Schmeil) heute Martens.Im Jahre 1909 bekamen die Ortschaften Tosterglope, Horndorf und Köhlingen den lang -ersehnten Stromanschluss durch das Elektrizitätswerk Dahlenburg (Gründung am 8.2.1908 als Genossenschaft).

Der Kantor Menke aus Dahlenburg zeigte im Jahre 1911 den Herrn Professor Ahlenstiel von der Bezirksregierung aus Lüneburg, die in Tosterglope und Umgebung wachsenden Misteln („Naturdenkmale“). Die Mistel (Viscum album), ein grünlich gelber Strauch mit weißen Beeren, der auf verschiedenen Bäumen wächst, gibt es in Tosterglope auf Obstbäumen, im Schieringen an den so genannten „Fischteichen“ und im Gut Horndorfer „Stubben“ auf Birken. Am Forsthaus im Schieringen steht eine Eiche, die in einen Meter Höhe über dem Boden noch einen Umfang von 4,10 m hat. Dieses Naturdenkmal steht Geschützt in diesem wunderschönen Staatsforst.

Die Gewerbesteuer für das Rechnungsjahr 1914/15 wurden von der Handwerkskammer Harburg für Tosterglope folgend festgelegt. 28 MK. Gewerbesteuer und 7 MK. Beitrag für die Handwerkskammer. Der Gemeindevorsteher war verpflichtet, diesen Betrag innerhalb drei Wochen an die Kreiskommunalkasse Bleckede abzugeben.

Das Gut in Horndorf erhielt die Fernsprechnummer 7 im Juli 1914. Auf dem Augustenhof konnte ein jeder Fallobst und Einmachgurken erwerben. Der Hofbesitzer Sasse aus Köhlingen verkaufte am 25. Juli ca. 60 Mutterschafe mit Lämmern im Gasthof Tiedemann in Tosterglope. Die Gemeinde Tosterglope verkaufte am Sonntag den 6.Sept. im Gasthaus Tiedemann (Hachmeister) zum abpflücken ihre Obstbäume an Interessenten. An den Gemeindewegen standen etwa 500 Apfelbäume und 100 Zwetschenbäume. Am Sonntag verkaufte die Gemeinde Köhlingen ihre etwa 300 Apfelbäume auf dem Dorfplatz. Das Rittergut Horndorf sucht zum Oktober des Jahres zwei ordentliche Tagelöhnerfamilien. Ein schweres Unwetter überzog am 18.Sept. unsere Gemeinde und richtete großen Schaden an. Bei einem Großfeuer in der Ortschaft Neu- Darchau am 20.d.M. wurden 16 Gebäude ein Opfer der Flammen. Es waren unter ihnen vier Wohnhäuser, sechs Ställe, zwei Scheunen und ein Schuppen. Die Wehren aus Tosterglope, Pommoisseln, Walmsburg und Wietzetze leisteten unter Lebensgefahr Bergung- und Löscharbeiten. Das Rittergut in Horndorf veranstaltete am Mittwoch den 30.Sept. einen Schafverkauf. Zum Verkauf ca. 50 Stück Mutterschafe, Lämmer und Hammel. Bei der Kreiskommunalkasse Bleckede zahlten die Gemeinden Tosterglope 300 Reichsmark und Köhlingen 30.10 Reichsmark für die Not leidenden Ostpreußen ein. Der Preußische Kompanie Unteroffizier aus dem Inf. Reg. Nr.3, der 8 Kompanie, 2 Batterie Reservist Ernst Korn aus Tosterglope wurde im Felde schwer verwundet und ist vermisst. (Verlustliste des Heeres vom 27.10.14). Der Gefreite d. R. aus dem Gardo. Reg. 8 Kompanie Hermann Reinecke aus Tosterglope wurde verwundet. Der Rev. Wilhelm Schröder aus Gut Horndorf ist gefallen. Er diente bei der Marsch- Gewehr Kompanie. (Verlustliste vom 1.11.14). Der Fahrplan der Bleckeder Kleinbahn wurde wegen des Krieges am 2.Nov. geändert. Der Vaterländischer Familienabend fand am Freitag den 13. November im Gasthaus Wenk statt. Der Wehrmann Georg Schulz aus Tosterglope wurde im Krieg schwer verwundet. Er leistete seinen Dienst beim Kaiser Franz Garde Grenadier Reg. 2 aus Berlin in der 12 Kompanien. Der aus Gut Horndorf stammende Gefr. d. Rev. Steinhauer fiel im Kriege. Im Schieringer Wald wurden am 16.Dez. aus den Jagen 20,24, und 28 Buchen, Birken, Fichten und Kiefern verkauft.

Im Vaterländischen Frauen- Zweig- Verein Dahlenburg von 1888 sind am 23.8.1915 folgende Frauen aus Tosterglope und Köhlingen Mitglied gewesen. Frau Hofbesitzerin Saucke, Fräulein Liesbeth Saucke, Fräulein Dora Saucke und Frau Hofbesitzerin Lütjens. Im Verein waren 1915 insgesamt 73 Mitglieder, im Gründungsjahr 1888 erst 22 Frauen.

1917 hatte der Lehrer in Tosterglope ein Einkommen von 3100 Mark, zusätzlich von dem Schulverband 265,50 Mark. Im Januar 1917 kostete im LK Bleckede 100kg Heu 8,75 Mark und 100kg Stroh 4,00 Mark. Im Juli das Heu 16,00 M. und Stroh 4,00 M., im November das Heu 16,00 M. und das Stroh 8,00 M. Eine Viehzählung im September und Dezember 1919 ergab folgenden Viehbestand.

[table “” not found /]

Im Jahre 1919 gab es auf dem Gut Horndorf eine stattliche Hengstdeckstation.Im Jahre 1922 wurde die Saatbau- Genossenschaft Dahlenburg gegründet. In den ersten Aufsichtsrat wurden Wilhelm Saucke (Tosterglope) und Hermann Brodermann (Horndorf) mit hinein gewählt.

1925: Stromversorgung von Ventschau durch das E-Werk Dahlenburg sichergestellt.
Das Schieringer Birkengehege wurde 1925 erwähnt.

In der Amtlichen Bekanntmachung des Kreises Bleckede vom 4. November 1927, wurde für die Gemeinden Tosterglope, Köhlingen und Horndorf der Arbeiter Hermann Gotthold (Großonkel der Fam. Gotthold) als Trichinenschauer bestätigt. Er fiel im zweiten Weltkrieg im Volkssturm.Bei dem Landwirtschaftlichen Verein Dahlenburg war im Jahre 1927 der Hofbesitzer Saucke Vorsitzender.

Durch die Gemeindereform im Jahre 1928 wurden aus den Gemeinden Köhlingen und Tosterglope mit dem Gutsbezirk Horndorf, die Landgemeinde Tosterglope. Das preußische Staatsministerium hatte es mit Wirkung vom 1. April 1929 ab beschlossen.

Eine Fichtennutzholz Versteigerung von 242 Fm. aus dem Schieringer Forst (Jagen 28a und 36a) fand am 30.Sept. 1929 im Bleckeder Hotel Dittmer um 12 Uhr statt.

Am 15. März 1930 wanderte Heinrich Hachmeister im Alter von 24 Jahren von Bremen mit dem Schiff ,,Karlruhe“ nach Halifat in Kanada aus.

1933 wurde zum ersten Male Mais angebaut, später kamen Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüseanbau dazu. Als Pionier auf diesem Gebiet kann man den Landwirt Wilhelm Martens sen. nennen, der auch als erster eine Beregnungsanlage bauen ließ.Bauer Martens belieferte mit seinem Gemüse Hamburg und später auch Berlin. Er ließ auch als erster in der Umgebung einen Kartoffelkeller bauen, der erst im September 93 abgebrochen wurde. Der Kartoffelkeller brachte den Vorteil, dass man nicht mehr so viele Mieten auf den Feldern errichten musste und man bei jeder Witterung Kartoffeln verladen konnte.

In den darauf folgenden Jahren zogen alle Bauern nach, so das Tosterglope mit dem anhaltenden Erzeugnisbedarf an Nahrungsmitteln gut mithalten konnte.Außer der Landwirtschaft gab es noch einen Schmied, einen Stellmacher, einen Tischler, Schuhmacher, Gärtner usw.

Zum 1. Mai 1933 ging der Lehrer Gustav Schuart, der von 1910 bis 1929 in Konau seinen Dienst vollzog, dann bis zu seinem Ruhestand in Tosterglope als Lehrer in der Schule seinen Dienst verrichtete. Als sein Nachfolger stellte die Schulgemeinde den Lehrer Wilhelm Seebörger aus Barskamp ein. Der Waldarbeiter Heinrich Haase wurde am 10.Mai für seine 25zig Jährige Tätigkeit im Schieringer Forst geehrt. Der Oberlandjäger Rowold aus Nahrendorf war für Tosterglope, Gut Horndorf und Köhlingen als Polizist zuständig. Für Ventschau übernahm der Oberlandjäger Burmeister aus Pommoißel die Aufgabe. Der Landwirt Herrmann Meyer war der Gemeindevorsteher der Gem. Tosterglope, für die Feuerwehr als Hauptmann der Landwirt W. Reinecke. (Alle Angaben aus dem Kreiskalender 1934). Am 10. Mai 1933 feierte der Waldarbeiter Heinrich Haase aus Tosterglope sein 25jähriges Betriebsjubiläum im Schieringer Forst.

Am 22. Aug. 1934 wurde die Frau des Pächters Vick, die in der Nähe des Dornbusches an der Straße in den Gründen, wo die Fam. Vick einen Acker hatten vom Blitz erschlagen. Auf dem Berg lief eine Stromleitung, von wo der Blitz wohl abgesprungen ist. Die Fam. Vick hatte das Gehöft von der Fam. J.F. Saucke, das zwischen den Grundstücken der Fam. Schoop und Tiemann befindet gepachtet. Nachdem die Pacht abgelaufen war zog der Herr Vick in den umgebauten Güterschuppen (heute Fam. Albrecht).Am 15. Okt. 1934 feierte Lehrer Friedrich Brohmann sein 50 ziges Dienstjubiläum in der Tostergloper Schule. Der Ortsbauernführer im Jahre 1934 der Gemeinde Tosterglope war der Bauer Wilhelm Reinecke, in Ventschau der Bauer Wilhelm Meyer. Die Bisamratte nahmen im Regierungsbezirk Lüneburg so zu, das die Jägerschaft vermehrt auf die Jagd angesetzt wurde.

Er war bis zu seiner Pensionierung in keiner anderen Schule tätig. Bei einem Verkehrsunfall am 1 Juni 1936 verstarb der Jungbauer Wilhelm Tiedemann (heute Schoop). Er fuhr mit seinem Motorrad mit dem Harmstorfer W. Brockmann in Lemgrabe zusammen. Vom Dahlenburger Schützenfest wollte er einen Bekannten nach Hause bringen. Der Lehrer i.R. Friedrich Brohmann verstarb am 26.Juni im Alter von 75 Jahren. Er führte über 40 Jahre die Gemeindekasse des Ortes. Am 06.Nov.1936 feierten die Eheleute Friedrich Otte und seine Frau Marie geb. Gehrke ihre Goldene Hochzeit.Im Lüneburger Kreiskalender wird berichtet das im Jahre 1938 eine riesige Ulme in Tosterglope abgestorben sei und das Holz in Lüneburg zu Möbel verarbeitet worden sei. Der Riese soll 300 Jahre alt gewesen sein. Bruno Zimmermann sen. und Wilhelm Wiegel haben sie an ihren Standort bei Johann Friedrich Saucke gefällt.(Um 1873 wurde ebenfalls dort eine Ulme gefällt, aus der der Tischler Schultz aus Tosterglope einen Schrank baute, der heute in Köln bei E. Saucke steht).

Dazu kamen zwei auswärtige Händler und zwei Bäcker, der Dorf eigene Gastwirt und Kaufmann Hachmeister, sowie die Gasthäuser Wenk und Schrader und die sog. „Genickschußbar“ in der Siedlung. Größere Anschaffungen wurden in Dahlenburg oder Lüneburg eingekauft. Heute gibt es nur noch eine KFZ- Werkstatt (Niehoff), eine Tischlerei (Schultz), das Gasthaus Hachmeister und die Versicherungsagentur (Korn). Ein Teil der Bevölkerung fand noch Arbeit im Staatsforst oder im ehemaligen Wasserkraftwerk in Alt Garge.

In den beiden Weltkriegen dieses Jahrhunderts fielen auch eine Reihe von Tostergloper zum Opfer. Ihre Namen finden sich auf dem Gedenkstein auf dem Friedhof in Barskamp, wo man heute auch noch die Toten gedenkt. In der Wienerprähistorischen Zeitschrift aus dem Jahre 1943 der Wiener Prähistorischen Gesellschaft wurden Funde aus der Vorchristlichen Zeit aus Tosterglope von 1932 veröffentlicht.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde in Tosterglope eine Flugwache stationiert. Die Soldaten mussten die Flugzeuge, die in Richtung Berlin flogen, beobachten und dann dort melden. Die Flugwache liegt am Barnbeck, und wird heute als Jagdhütte genutzt. Der Besitzer ist Jürgen Lütjens aus Köhlingen. Neben dem Haus befindet sich noch ein Bunker.

Friedrich Lütjens, Friedrich Müller, Willi Gotthold, Wilhelm Weber und verschiedene andere aus Tosterglope und Umgebung versahen hier ihren Dienst. Für die Bevölkerung war es eine schwere Zeit. Trotzdem ging es den Dorfbewohnern oft besser als den Menschen in den ausgebombten Städten, da die Nahrungsmittelversorgung auf dem Lande besser war.

Bei Walter Wenk ging eine Bombe in der Nähe seines Grundstückes nieder. Es soll ein sehr großer Krater gewesen sein.Auch ein altes Auto, das an der Ventschauer Straße als Unterschlupf für Regenschauer aufgestellt worden war, wurde von Fliegern beschossen.In dem Tagelöhnerhaus des Landwirts Cord Reinecke, war im Kriege ein Gefangenen-lager. Das Gebäude war mit einem hohen Zaun umgeben, damit die Gefangenen Russen und Franzosen nicht fliehen konnten. An der Nordseite des Hauses befanden sich noch die Wachstube und ein Schweinestall. Zwei Gefangene Franzosen fuhren mit einem Tandem, jeden Morgen nach Dahlenburg um bei dem Schmied Heyden zu arbeiten. Abends kehrten sie dann wieder in das Lager zurück.

Am 20. April 1945 rückten die Engländer in unser Dorf ein.Bei Köhlingen wurde ein mit Soldaten besetzter englischer Lastwagen von einer Granate getroffen.Alle sollen getötet und in Köhlingen begraben worden sein.Das Dorf musste vom 23.04. bis einschließlich 02.05.45 geräumt werden. Mit Pferden, Ochsen, Kühen usw. ging es nach Oldendorf ins Quartier.Sachschäden wurden kaum gemeldet, vereinzelt kam es zu Diebstählen von Möbeln, Schmuck, Vieh und Kleidung. Die Scheune vom Land- und Gastwirt Wilhelm Wenk aus Köhlingen brannte ab.Durch den anhaltenden aus dem Osten anhaltenderer Flüchtlingsstrom stieg unsere Einwohnerzahl von 325 auf etwa 600 Personen an.Da sie nicht alle beschäftigt werden konnten, zogen sie zum größten Teil in das Ruhrgebiet ab, um Arbeit zu finden.