Geschichtliches

In der Geschichte namentlich erwähnt wird Köhlingen im Jahre 1296 als villam Cholme, im Winsener Schatzregister des Jahres 1450 hieß es Colingh. In den Jahren 1503 als de van Kolinge, so wie 1605 Köling.

1611 gehörte Köhlingen zum Amt Hitzacker, obgleich diesseits des Kateminer Bachs gelegen, wohl infolge besonderer Verpfändungen. Die Bewohner des Dorfes, waren vom Frondienst befreit, unterstanden aber der Barskamper, später der Bleckeder Gerichtsbarkeit. Seit dem Jahre 1732 gehörte das Dorf jedoch dem Amt Bleckede an, da Köhlingen, ein Hof von „Butschau „und das Nahrendorfer Holz gegen Abtrennung der Dörfer Drethem, Schutschur, der wüsten Feldmark und des Holzes Tiessau eingetauscht wurde. Im Amt Hitzacker unterschied man zweierlei Hufen: Hacken – und Ploghufen. Ein wendischer Hakenhof besaß 30 Morgen und bezahlte eine Mark Schatz. Ein sächsischer Ploghufen hatte dagegen 60 Morgen mit einer Steuerpflicht von Zwei Mark. Eine Köthnerstelle brauchte meist nur acht Schillinge aufbringen. Der wendische Haken soll noch bis zur Mitte des 18 Jahrhunderts in der Elbgegend neben dem Pflug gebraucht worden sein. Köhlingen bestand früher aus neun Höfen. Die Hofstellen lagen rechts und links der Dorfstrasse.

Die drei jetzigen Höfe hatten auch früher ungefähr dieselbe Lage. Von den anderen sechs Höfen befanden sich fünf auf dem Wege zur Mergelkuhle, dessen Flur „auf den Höfen“ heißt. Der sechste Hof lag abseits vom Dorfe. Die ältesten Mitteilungen über die Köhlinger Hufen finden sich im Winsener Schatzregister. Da stehen unter „Kolingh 1450“ sechs Höfe. Es waren folgende Namen: Ludeke Schulte, Hennecke Jangever, Henneke Frederik, Tydeke, Hermen Crusze und Ludeke Ventzkouw. In den folgenden 100 Jahren finden sich keine Aufzeichnungen über Köhlingen. Seit 1565 sind über Köhlingen im Landesarchiv Hannover Verzeichnisse über Steuern und Pachtzins erhalten, die dem Amt Hitzacker zugeführt wurde. Die Aufstellung „Colinge 1565“ zeigt sieben Höfe. Zu dem Pachtgeld das die Bauern zu zahlen hatten, kam eine Mark Dienstgeld und für einen unter ihnen sechs Scheffel Hafer und eine Mark Lagergeld. Außerdem waren die Köhlinger verpflichtet, mit sieben Personen verschiedene Arbeit zu verrichten, außer Mähen und Plaggen. Im Dreißigjährigen Krieg hat ganz Köhlingen nichts geliefert, weil alle „ganz Unvermögen“ waren. Die sechs Höfe sollen nach ihrer Zerstörung von ihren Besitzern verlassen worden sein.

In der Hannoverschen Quartiers- Beschreibung von 1682 hat die Ortschaft Köhlingen (als ehemalige Zusatzsteuer (Kontribution), die im 30. jährigen Krieg zur Finanzierung des Kriegswesens eingeführt worden ist) folgende Summe für das Amt Hitzacker aufgelistet. Zahlen der zu berechneten zwei Feuerstelle (Halbhöfe) = für Gebäude (Haus, Stallungen und Maschinen) 2.Rtlr., 3.Groschen u. 3 Pfennige, für Vieh, Ackerland und Wiesen 1.Rtlr., 2.Groschen u. 2. Pfennig sind zusammen 3.Rtlr., 5.Groschen u. 5. Pfennige. (H. Wendland Nr. 9.)
Im Jahre 1706 standen für den Handdienst der Herrenleute (Amtsverwaltung) im Amt Hitzacker aus Köhlingen drei Hauswirte zu Verfügung. (Chronik Tiesmesland von Otto Puffahrt 2007)

Um 1740 kultivierte jeder der drei Köhlinger Bauern (Johann Lütjens, Hans- Jürgen Grimmel und Heinrich Niebur)einen wüsten Hof, Während die übrigen drei Höfe als Gemeindegut verwahrlost liegen blieben. Die näheren Umstände der Verwüstungen jener Höfe lassen sich nicht mehr feststellen. Es ist aber bekannt, das Grimmels Häuser verschont blieben und Jürgen Lütjens obdachlos wurde. Er war der einzige von den sechs Abgebrannten, der trotz des großen Unglücks Köhlingen nicht verließ, vielmehr den Wiederaufbau wagte. Diese Familie ist bis heute noch im Besitz des Hofes.

Besonders lange hat sich der Baumschmuck im Dorf und seiner nächsten Umgebung erhalten.

Am 27.März 1812 verstarb im Alter von 79 Jahren der Hirte Hans Heinrich Schenk.

Schon vor 150 Jahren hatte der damalige Jennerichsche Hof 171 Obstbäume. Schließlich verschwanden auch in Köhlingen die Bäume. Im Jahre 1856 fand der Rezess in Köhlingen statt, der den Landbesitzern eine freie und rationelle Nutzung des Landes ermöglichte. Die Feldmark betrug damals 1221 Morgen und 25 Ruten. Den drei Köhlinger Bauern verblieben 1118 Morgen. Nach der Verkoppelung verschwanden schnell alte Bäume und Gebüsch. Doch Köhlingen besitzt auch heute noch einen stattlichen Baumschmuck und hebt sich dadurch von den meisten umliegenden Dörfern ab. ( Die Rezesskarte und der Rezess aus dem Jahre 1856 befinden sich z.Z. noch im Kataster-Amt in Lüneburg stand 1999).

Zur Schule gingen die Köhlinger Kinder in Tostergloper, nur in den Kirchspielen wechselten sie zwischen Nahrendorf und Barskamp.

Im Jahre 1869 wohnten in der Ortschaft Köhlingen 36 Einwohner (Quelle: Ortsregister v. Deutschen Reichs 1869).

Der Hof- und Ziegeleibesitzer Heinrich Ludewig Karl Buhlert heiratete die Witwe Marie Louise Helmcke geb. Winkelmann aus Nahrendorf im Jahre 1897. Ihr Hof in Nahrendorf wurde verpachtet und wurde um 1930 an den Hauswirt Seißelberg aus Alt Garge verkauft. Er verkaufte seinen Hof in Alt Garge an die Hamburger E- Werk zum Bau des neuen Kraftwerkes. (Chronik Nahrendorf K-H. Genzel).

1943 hatte in Köhlingen folgender Haushalt ein Telefon: C. Buhlert mit der Nr. 4. (Fernsprechbuch f. d. Bez. Hannover 1943)

Auszug aus einer Gemeindeversammlung des Köhlinger Rates.
Die Wasserversorgung wurde nach dem Bau einer Wasserleitung sehr verbessert, zuerst versorgte der Landwirt Wilhelm Martens, durch seine Pumpenanlage die Köhlinger, danach von der Pumpstation aus dem Wasserbassin bei Kurt Niehoff.
Das Altenteilerhaus von Wilhelm Wenk sen. ist um 1970 erbaut worden.
Aus dem Zweiten Weltkrieg werden heute noch Munitionsteile, im Sanger oder aus dem Teich im Dorf geborgen.