Jungsteinzeit (Neolithikum)

In der Jungsteinzeit (4000 – 1800 v. Chr.) waren aus den Jägern und Sammlern schon sesshafte Bauern geworden. Sie lebten in Sippen oder Großfamilien, die Häuser waren aus Holzstämmen und Geflecht errichtet, welches sie mit Lehm oder Kuhfladen verschmierten.

Man kann diese Häuser mit alten Schafställen vergleichen, die es noch heute in der Heide gibt. Die Siedlungen bauten sie an Bächen, sowie an den windgeschützten Südhängen von Höhenzügen.

Sie betrieben Viehzucht und Ackerbau, gingen aber auch noch regelmäßig zur Jagd, um die Familie mit frischem Fleisch zu versorgen. Dieser Sprung vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern war einer der größten Fortschritte der Menschheit. In der Nähe des Schieringer Waldes findet man noch so genannte Wölbäcker, die aus dieser Zeit stammen könnten. Man fand in der Tostergloper Feldmark Steinbeile, Messer, Abschläge und Schaber zum Häuten von Tieren, sowie Reibesteine zum Mahlen von Getreide. Diese Funde deuten auf eine starke jungsteinzeitliche Besiedlung um Tosterglope hin. Das bezeugen auch die noch etwa 20 Großsteingräber (Hünengräber), die zum Teil schon stark zerstört sind. Noch vor 200 Jahren müssen es bis zu 100 Gräber gewesen sein, wie alte Karten und Aufzeichnungen beweisen. Durch Unwissenheit, Aberglauben, Zerstörungswut und um Gold zu finden, mussten diese großartigen Denkmäler für immer verschwinden. Eines der größten Steingräber in Norddeutschland, leider nur noch in Bruchstücken erhalten, liegt oberhalb von der Königskiesgrube auf dem Stadtberge. Es war ursprünglich 72,43 m lang und durchschnittlich 7 m breit. Es bestand aus 169 Umfassungssteinen, die um die Jahrhundertwende für Bauzwecke nach Hamburg verkauft wurden. Mit diesen Steinen wurden dort im Hafen Kaimauern gebaut.

Steine von anderen Gräbern findet man als Fundament von Bauernhäusern oder in den Steinmauern, die die Höfe umgrenzen, wieder. In den Grabanlagen fanden die Fürsten und Hochangesehene Personen ihre letzte Ruhe. Das Grab wurde nicht für eine Person sondern für dessen Familie gebaut. Man gab den Toten Waffen, Werkzeug und Speisen mit, da die Menschen an ein Weiterleben nach dem Tode glaubten.