Juristisches

Streitigkeiten und Vergehen ahndeten die Bauern ursprünglich selbst auf dem Gohgericht, von dem sich Spuren bereits 1248 und 1388 finden, und aus dem sich später das Land – gericht entwickelte. Das Gohgericht für unsere Heimat war in Barskamp später dann in Bleckede. Zu diesem Gericht waren alle im Goh ansässigen Bauern zum Erscheinen verpflichtet. Wer fernblieb, wurde bestraft. Nachfolgend einige Beispiele, die vor einem lüneburgschen Gohgericht verhandelt wurden:

– im Jahre 1600: Der eine hatte den anderen mit einer Harke an den Kopf geschlagen, so dass es “ blutwundete“. Strafe: 1 Mark, 8 Schillinge
– 1615: Eine Frau hatte jemandem sechs Gänse totgeschlagen und „aufgefressen“. Strafe: 40 Mark.
– 1660: Ein Schneider hat einen anderen einen Pfuscher gescholten. Strafe: 2 Reichstaler.

Dieses könnte man noch unendlich weiterführen.

Neben dem Gohgericht gab es noch das Holzgericht oder Holting, in dem bestraft wurde, was im Holze (im Wald also) verbrochen worden war. Auch hier hatten alle Beteiligten zu erscheinen, die an der Nutzung des betreffenden Waldes beteiligt waren. Der Gerichtsherr war der „Holzgraf“, eine Funktion, die hauptsächlich von Adligen ausgeübt wurde. Was dort verhandelt wurde, mögen folgende Beispiele zeigen:

– Einer hat im Busch Eckern gesammelt. Strafe 2 Mark, 2 Schilling
– Einer hat seine Schafe wider Verbot Eckern auffressen lassen. Strafe: 5 Mark
– Einer hatte zur Nachtzeit einen Bauer gehauen. Strafe: 60 Mark
– Einer hatte im 16. Jahrhundert vier Bäume, der zweite und dritte je einen Baum ohne Erlaubnis gehauen. Strafe: Der erste wurde in Eisen geschlagen, die beiden anderen kamen ins Gefängnis.

Forst-Wrogen für den Bereich der von Spörkeschen Besitzungen October – December 1824

Tosterglope

Der Tagelöhner Christoph Steinfatt hat vom 29. zum 30. October 1824, die Nacht eine wachsbare Birke im Horndorfer Holze abgehauen und entwandt. Die Ablieferung ist befohlen aber nicht befolgt.
Derselbe gestand ein, dass er früher eine Tragt Sammelholz aus demselben Ort entwandt hatte.

Zu den Gerichtstagen, die durchschnittlich alle drei bis vier Jahre in Walmsburg durchgeführt wurden, gaben die Förster aus dem Barskamper Wald, die Anzahl der Sperlings und Krähenköpfe an, die jeder Dorfschulze bei ihnen abgeben mussten. Wenn nicht genügend abgegeben werden konnten, oder wollte, bekamen sie eine Geldstrafe. (Durch diese Maßnahme versuchten die Bauern, den Ernteverlust zu mindern.)

Amtsbrief aus dem Jahre 1768

Monsieur, Monsieur von Estorff Drosfard und Landrat von La Ma yeste Brittannique in Neetze Neetze 17 Juli 1768

Hochwohlgeborener Herr Besonders Hochwohlgeborener Herr Landrat und Drogte

Es sind nachstehen bei hiesigen Leute vom 1 ten May 1766 bis dahin 1764 als Bringfällig angegeben aus Tosterglope Klaus Schicht, dass den 11 ten Juli ap dessen Hund Knüttel los außerhalb Forstes getroffen der selbe, dass er in der Barskamper Kirche vielen Lärm oder Seen gemacht. Die Eingesessene als Carsten, Laue, Dreves, H.F. Meier, Fr. Meier, Johann Meier, Wolf Michaels, Barge, Fenrich Schuart, J. Schuart und Westaed das sie in der Forst Plaggen gehauen. Frantz Reinicke, Claus Reinicke und Frantz Reinicke weil deren Vieh im Korn zu Schaden gegangenen. Euer Hochwohlgeborener ersuchen wir dem nach dieser Bringfällige dahin verabladen zu lassen, das sie sich morgen Donnerstags, über 8 Tage, frühe um 9 Uhr, vor hiesige Amts- Stube anfinden und obige Beschuldigungen wegen Rede und Antwort geben. Da wir auch die zwischen Walmsburgen und Barscampen ob schwebende Hude und Weide Defferenzen vom 3.September zu Untersuchen gewillet, so geben Eure Hochwohlgeborener mir gehorsamst anheim, ob dieselben sich (beregten)? Tages morgens um 10 Uhr, an dem streitigem Orte anfinden wollen und bitte ich der Amtmann für Hochwohlge. inständig, gehorsamst Bewegten? Tages eine Suppe mit mir günstigst vorlieb zu nehmen.

Mit stetter Verehrung beherren wir Euch Hochwohlgeb. Bleckede vom 13 Juli 1768 Diener Friedrich Lohnis (Lohring)? Zu den Gerichtstagen im November 1792 mussten die Tostergloper Halbhöfner und Köthner, jeder 8 Eier, 1 Pfund Butter und andere Naturalien nach Walmsburg zum Verzehr, für die Herrschaft abliefern.

a. Das Holtings oder Gohgericht von Barskamp

Wie das Holtingsgericht von dem Hause Bleckede, so gründete sich auch dieses Gericht auf eine Holzmark, wo bei hier das Sondergericht über die Holzmark mit dem allgemeinen Gohgericht auf bisher ungeklärtem Wege vereinigt worden sind. Zum Barskamper Wald gehörten die Ortschaften Barskamp, Göddingen, Walmsburg, Katemin, Tosterglope, Harmstorf, Köstorf so wie das eingegangene Dorf Bargdorf zwischen Göddingen und Alt Garge. Bargdorf oder auch Bardorf ist zwischen 1500 und 1560 eingegangen. Die Grundherren hatten das Recht in den Barskamper Wald 100 Schweine einzutreiben, die übrigen Interessenten ihre eigene Zucht (Deeltucht) und das Gut Horndorf 60 Schweine. Der Wald gewährte 2000 Schweine Mast. Die herrschaftlichen Schafe durften das ganze Jahr im Walde weiden, die übrigen Schafe und Schweine nur von Michaelis ab. Die Holting- oder Gohgerichte hielt der Hauptmann des Hauses Bleckede wahrscheinlich in Barskamp ab. Holtingsprotokolle der Jahre 1563 und 1564 haben sich im Bleckeder Amtsarchiv befunden, das älteste ist von 1503. Die Ortschaft Köhlingen gehörte zum Goh- und Holtingsgericht Dahlenburg / Wiebeck. 1503 wurde Tosterglope im Gerichtsprotokoll vom Holtgericht zu Barskamper Walde erwähnt. Dort wurde der Grenzverlauf über den Barskamper Wald berichtet, nahe Tosterglope, so with ere Acker und de ganze Veltmark kert im den Weg, de de lopet vor dem Horrendorper Hagen vorthan vor dem Ostermore. In den Jahren 1563 / 64 ( es geht um den Grenzverlauf bei Tosterglope )…..dath hebben by geferaten Hans und Eggerd van Estorpp, van des Hahen wegen to Tosterglope beth an nyme gnedigen Herrn van Luneborg. Köhlingen und Fentschau (Ventschau) gehörten 1563, mit dem Straßengericht zum Goh Barskamp.

b. Die Rezesse (Verkoppelungen)

Waldverkoppelung und Forstbepflanzung:

Am 9 Juni des Jahres 1820 wurde der Barskamper Wald durch den Rezess aufgeteilt. Die Königliche Kammer in Bleckede gab dem Dorfe Tosterglope 338 Ruthen Waldanteil, so wie zur gemeinschaftlichen Benutzung bestimmter Triften und Wege, wie z.B. der Tostergloper Kirchweg durch den herrschaftlichen Anteil und den Barskamper Anteil. Auch der Nahrendorfer Frachtweg, so auch durch die Tostergloper, Horndorfer und Barskamper Anteil sollte gemeinschaftlich genutzt werden. Der Rezess wurde von folgenden Tostergloper Interessenten unterzeichnet: Karl Ludwig Schröder, Jürgen Friedrich Schulz und Johann Heinrich Stern. In den Jahren 1699 – 1752 gab es mit dem Amt Bleckede und den Ortschaften Tosterglope und Walmsburg Unstimmigkeiten wegen der Zupflanzung und Ansäen von Gehölzen auf Brachflächen bezw. auf abgeholzten Waldflächen, da sich die Eingesessen der Orte dieses Verweigerten zu erledigen. Die Tostergloper Gemeinheit hatten im Jahre 1735 zwar einen Kamp längst beim Neetz- Berge von 1 Morgen eingefriedet, aber noch nicht bestellt und besät.

Feldverkoppelung

Am 6. September 1830 unterzeichnete die Interessenten der Dorfschaft Tosterglope die Verkoppelung der Feldmark in Bleckede. Bei einer Verkopplung werden die Ackerstreifen, der einzelnen Bauern zusammengelegt und vermessen. Nach der Feststellen der Bodenwerte und Eintragen in eine Verkopplungskarte, durch einen Vermessungsingenieur so wie das Anlegen von Wegen, Gräben, Hecken und Grenzlinien beginnt die Verteilung der Acker – Wiesenflächen an die einzelnen Interessenten Die Interessenten bestehen aus Halbhufner (Bauern), Köthner, Schule, Gemeinde und die Kirche zu Barskamp. Der Rezess wurde den Interessenten, der 20 Seiten lang war wörtlich vorgelesen und durch eigenhändige Unterschrift, oder gemachte Zeichen vollzogen.