Receß des Dorfes Ventschau (Auszug aus dem Receß)

Am 27. November 1848 unterzeichneten, die Ventschauer Vollhöfner Heinrich Christoph Ahrens und Johann Ernst Schulz sowie der Halbhöfner Jürgen Heinrich Meyer, die spezielle Gemeinheitsteilung und Verkoppelung der Feldmark zu Ventschau . Bei der Verkoppelung einzelner Privat- Parcellen, Grenzbegradigungen oder angekauften Grundbesitzes, wurden der Abbauer Hans Heinrich Pfenningsdorf, der Höfner Johann Friedrich Thiele bei Ventschau, und der Müller Johann Ernst Kraatzmann zur Darzauer Mühle, Amt Hitzacker als mit interessierten Individuen berücksichtigt. Verkoppelung bedeutet, die Ackerflächen, Wiesen usw. in Private und in Gemeinschaftliche Grundstücke unter den Interessenten neu zu verteilen.

Einige Auszüge aus dem Receß.

1. Der Schafkobenberg am Dorfe ist für die Allgemeinheit zur Erdgewinnung und als Abdeckereiplatz bestimmt.

2. Die Masch am Dorfe ist zur Schweineweide bestimmt, auch nötigen Falls zur Aufbauung eines gemeinschaftlichen Back- und Brauhauses. Der Halbhöfner Meyer darf diese Weide mit 3 Schweinen und die beiden Vollhöfner mit 4 Schweinen betreiben.

3. Der Gemeinde Brunnen hinter des Vollhöfners Schulz Scheune, kann von jedem Beteiligten frei benutzt werden, entsagt sich jedoch der eine oder der andere der Mitbenutzung, so soll er dadurch von der Mitunterhaltung befreie sein, zu der in übrigem jeder 1/3 tel beizutragen hat.

4. Bei der Einfriedung. der Koppeln sollten hauptsächlich Steinmauern, Lebendige Hecken, wenig feuergefährlichen Holzbefriedigungen aus Planken und Stacketten bevorzugt werden. Trockene Zäune sind möglichst zu vermeiden, und das Bedecken derselbe mit Heide, Dornen oder Busch, wird aber in Bezug auf die Feuer- Ordnung vom 6 ten August 1830 gänzlich untersagt. Bei notwendiger Wasserableitung muß ein jeder Interessent, einen geeigneten 3 – 6 Fuß breiten Graben an seiner Feld- Wiesen- Weiden oder
Holzkoppel anlegen.

5. Alle öffentliche Wege werden in einer Breite zwischen 24 – 40 Fuß neu angelegt oder ausgebessert. Alle Privat- und Koppelwege erhalten eine vorgeschriebene Breite zwischen 16 – 24 Fuß.

Die anfallende Kosten, wie auch das Bauen von Brücken usw. entstehen werden,ist dahingegen von den einzelnen Verpflichteten nach dem im § 4 nachgewiesenen Verhältnisse beizutragen, nach welche alle gemeinschaftlichen Natural- Leistungen an Spann- und Handdiensten abzuleisten sind. Für die weitere Unterhaltung sind die drei Ventschauer Hauswirte gemeinschaftlich verantwortlich. Der Vorstehender Receß wurde am 21. Dezember 1848 durch die Königliche Hannoversche Landdrostei genehmigt.