Tabak-und Biersteuer

In allen Zeiten und Epochen gab es Steuern zu entrichten, unter anderen auch die Tabak- und Biersteuer. Diese Steuer war eine besonders gefragte Abgabe, da auch schon früher viel geraucht und getrunken wurde. In einer Akte aus dem 1726 bis 1765 wurde dieses als Tabak-Import-Erhebungssteuer von einigen Dorfschaften der Herrn von Estorff zu Neetze und Barnstedt genaustes Aufgelistet. Es sind die Dorfschaften Lütjen Boldensen (Klein Boldensen), Nievelitz (Nüdlitz), Ratzlingen, Bargmoor, Brüggenwedel, Walmsburg und Tosterglope. Die Herrn von Estorff verpachteten die Steuerrechte des Amtes Bleckede an verschiedene Steuerberechtigte (Inspektoren). Diese waren die sogenannten Steuereintreiber, die einen Teil der Steuer behalten durften, wovon sie bestimmt nicht schlecht gelebt haben. Das Geld gaben sie beim Amt oder bei dem Herrn von Estorff persönlich ab, um gut in der Gunst der Herren zu stehen. Die Ämter und die Grundherren gaben wiederum einen Teil des Geldes an das Fürstenhaus nach Celle.

Der Steuerberechtigte führte genaue Listen über die zu besteuernden Dorfschaften, ihren Hauswirte, Schullehrern, Hirten, Knechte, Tagelöhner und Häuslingen. Für die Knechte und Tagelöhner gab der Hauswirt des Hofes seinen Namen, der dann auch mit diesen abrechnete. Die Listen wurden so genau geführt, so dass der Steuereintreiber jeden Verzug bemerkte. Die Zahltage waren zu Johanni (Juni) und am Silvester morgen. Zweimal im Jahr erschien der Inspektor mit seiner Kasse in den Ortschaften. Oftmals beauftragte er die Dorfschulzen das Geld einzutreiben, um möglichst nur mit einer Person abrechnen zu müssen. Er besorgte den Tabak und das Bier in den Städten Lüneburg oder Hamburg, und verteilte ihn dann an die Interessenten.

Für die im dem Verzeichnis erwähnte Ortschaft Tosterglope steht folgendes geschrieben.
Im Jahre 1726 war ein Johann Ludwig Menger aus Brackede als Inspektor für die Steuern, die Dorfschaft Tosterglope anfielen zuständig. Im Jahre 1728 schrieb der Herr Otto v. Estorff an die Eingesessenen aus Tosterglope, das sie dem Inspektor Menger Folge zu leisten hätten. Im Falle der Weigerung würde ein Jeder mit 2 Rhtl. Strafe zu rechnen haben. (Dieses hatte einen Kaufwert von ca. 48 Hühnern). Im Jahre 1755 bezahlte der Hauswirt Heinrich Reinecke und noch drei andere Personen ihre Steuer nicht. Aber schon im Jahre 1756 haben der Schuldner Reinecke und die drei anderen Schuldner die Steuern nachbezahlt. In diesem Jahr bezahlten in der Dorfschaft Tosterglope 23 Dorfbewohner ihre Steuern zusammen in der Höhe von 3 Taler und 20 gg..

In einer Auflistung aus dieser Zeit waren in Tosterglope die Hauswirte Hans Schlicht, Joh. Chr. Behne, Claus Jürgen Soltau, Claas Tiedemann, Joachim Pleße, Claus Saucke, Joh. Hinr. Meyer, Claus Schlicht, Hinr. Jürgen Bruns, Schulmeister Buchholz, Radmacher Jacob Seil, der Schäfer und der Kuhhirte als Tabak- und Bierinteressenten verzeichnet.

Aber schon im Jahre 1762 schrieb der Herr von Estorff zu Neetze an den Landersrentmeister v. Ramdohr zu Celle, das die Tostergloper Eingesessenen für mehrere Jahre mit der Steuer in Rückstand seien, er würde sich aber darum verstärkt kümmern.

So wird es wohl so manches Jahr mit den Steuerneintreiben gegangen sein, hauptsache die Bewohner hatten ihren Tabak und ihr Bier.

So ist es eben: Man redet wohl von dem vielen Saufen und Rauchen aber nicht von dem großen Durst und der Schmacht.

(Auszug aus den Gerichtsprotokollen der Herrn von Estorff zu Neetze und Barnstedt)

Tosterglope, den 27.02.03

Volker Weber