Vereinswesen

1. Der Ziegenverein

Tosterglope hatte in den zwanziger Jahren einen Ziegenverein. Der Vorsitzende des Vereins war Wilhelm Saucke.

Eine Anekdote berichtet über dessen Entstehung: Der Ziegenbock der Fam. Friedrich Müller wurde einmal (wie alle Ziegen des Dorfes) auf die Weide bei Köhlingen getrieben, wo ihm Knechte aus Köhlingen einen Strohhut aufsetzten. Nachdem sie ihn aus dem Gatter gelassen hatten, lief er schnurstracks nach Hause, wo er auf einem Misthaufen von den Dorfbewohnern bestaunt und belacht wurde.

2. Radfahrverein

Der Radfahrverein in Tosterglope wurde 1909 gegründet. Bei kleinen Veranstaltungen wurden kleine Wetten abgeschlossen. Die Mitglieder mussten nämlich mit ihren Fahrrädern auf der Stelle stehen bleiben ohne umzukippen. Der Sieger oder die Siegerin bekam einen Preis.

3. Kampfgenossenschaft

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde von ehemaligen Soldaten eine Kampfgenossenschaft gegründet.

4. Theatergruppe

In den zwanziger Jahren spielten einige Tostergloper mehrere Jahre lang Theater.

5. Kuhkasse

Bis Ende der sechziger Jahre gab es in unserem Ort eine Kuhkasse. In dieser Kasse bezahlten alle, die eine oder mehrere Kühe besaßen, einen Betrag ein. Wenn bei irgendeinem Kuhbesitzer nun eine Kuh starb, wurde aus der Kasse eine neue Kuh gekauft.
Die Tiere waren die Existenzgrundlage für viele Familien auf dem Lande, so dass man bei diesem Verein auch von einer Art „Versicherung“ sprechen kann. Einer, der sich für diese Kasse sehr engagierte, war Wilhelm Nehr; er zog über Jahre hinweg die Beiträge ein.

6. Schützenverein

Ein Schützenverein gab es, ihn war jedoch kein langes Bestehen vergönnt. Der Erste und einzige Schützenkönig hieß Heinrich König (langer König).

7. Verein „Immergrün“

Der Verein „Immergrün“ bestand nur eine kurze Zeit in den zwanziger Jahren. Wer in dem Verein Mitglied war, musste zu jeder Zeit ein grünes Kleeblatt angesteckt tragen, ansonsten musste man ein Strafgeld in die Vereinskasse entrichten.

8. Kleinkaliberverein

Der Kleinkaliberverein wurde 1922/23 gegründet. Der Schießstand war in der Lehmkuhle bei Niehoff. Max Korte aus Dahlenburg (Knecht in Tosterglope) trat dem Verein 1925 bei. Friedrich Müller aus Tosterglope war einer der besten Schützen des Ortes. Er fuhr auch nach Lüneburg, um dort seine Kunst unter Beweis zu stellen.

9. Schweinezuchtverein

Der Schweinezuchtverein feierte Silvester immer einen Schweineball. Die Mitglieder trugen zu diesem Anlass ein kleines Blechschweinchen.

10. Faslamverein (Fastnachtsgesellschaft)

Schon in den zwanziger Jahren gab es in Tosterglope einen Faslamverein. Die Gesellschaft tanzte am Sonntag in einem der Gasthäuser und zog am Montag durch die Ortschaft. Dort bekamen sie Wurst, Geld usw. Am selbigen Abend tanzte man noch bis um 24.00 Uhr. In den sechziger Jahren löste sich der Verein auf, bis er dann 1978 wieder ins Leben gerufen wurde.

Zuerst wurde eine Gemeinschaft mit der Ventschauer Gruppe gegründet, um im Gasthaus Hachmeister gemeinsam zu feiern. über Jahre begleitete der Hobbymusiker Heino Soltau aus Prisser/Dannenberg die Gruppe, bis er 1990 aus Gesundheitsgründen verabschiedet wurde. Es sind z. Zt. etwa 20 Faslambrüder registriert. Die Ventschauer Gesellschaft löste sich Ende der achtziger Jahre auf. Die Tostergloper Gruppe bestand noch 2013. Die Gruppenstärke beträgt ca. 20 Männer im Alter zwischen 17. und 55 Jahren.